Kultur
05.12.2011

Grubinger: Artist, Jongleur & Showmaster

Kritik: Zum Finale von "Wien Modern" gab Multipercussionist Martin Grubinger sein Debüt mit den Philharmonikern - mit Cerhas Schlagzeug-Konzert.

Großes Finale und frenetischer Jubel bei "Wien Modern". Einer der Gründe für den furiosen Festival-Ausklang war dabei sicher er: Martin Grubinger, der junge Ausnahmeschlagwerker mit dem Popstar-Touch im klassischen Kulturbetrieb.
Und Grubinger wurde bei seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern auch wie ein Popstar gefeiert, bot er doch zuvor bei Friedrich Cerhas "Konzert für Schlagzeug und Orchester" eine perfekte Show. Drei Schlagwerke, zwischen denen der Solist wechseln muss, hat Cerha 2007/'08 Grubinger geradezu auf den Leib geschrieben.

Alles, was irgendwie schlagbar ist und gut klingt, kommt da zum Einsatz: Trommeln, Holzblöcke, Gongs, Xylophone, Klangschalen oder Glocken - Cerha hat ein sehr hörbares, sehr effektvolles Virtuosenstück komponiert, das bei den subtil spielenden Wiener Philharmonikern und Dirigent Peter Eötvös in besten Händen war.

Begeisterungsstürme

Star aber war natürlich Grubinger, der mit artistischer Perfektion durch die irrwitzig schnellen Sätze raste, seine Sticks phänomenal über das Instrumentarium huschen ließ und sich zuletzt die Begeisterungsstürme abholte. Dass er bei der von ihm komponierten Zugabe "Planet rudiment" zwischendurch auch zum Jongleur avancierte, sagt alles über das Können dieses Mannes aus.

Unter Wert geschlagen wurde damit allerdings Georg Friedrich Haas, dessen subtile, feinsinnige Werke "Opus 68" (Orchestrierung der Sonate Nr. 9 von Skrjabin) sowie "Poème" zum konzentrierten Zuhören aufforderten.

KURIER-Wertung: ****
von *****

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