Gregory Porter: Jazz-Sänger mit Haltung ohne Vorbehalte

© /Universal Music/Shawn Peters

KURIER-Event
05/22/2016

Gregory Porter - ein Grenzgänger im Jazz und im Leben

Der Star des Kurier-Festivals Nova Jazz & Blues Night im Interview.

von Brigitte Schokarth

Vorurteile begegnen ihm immer wieder. Denn Jazz-Sänger Gregory Porter, der mit dem Album "Liquid Spirit" von 2013 in Österreich Doppelplatin erreichte, ist kein Purist. Er hat mit dem britischen Dance-Duo Disclosure gearbeitet und sich Tracks von DJ Claptone remixen lassen. Er mag es, Genre-Grenzen zu sprengen, viele seiner Genre-Kollegen aber nicht.

"Ich hatte oft Jazz-Puristen, die zu mir gesagt haben ,Du bis ein netter Soul-Sänger’", erzählt Porter im Interview mit dem KURIER. "Sie meinten das abwertend. Aber für mich ist das ein Kompliment. Denn für mich sind Blues oder R&B genau so hochwertig wie Jazz. Und so lange die Botschaft des Songs transportiert wird, finde ich auch Kollaborationen wie die mit Disclosure toll."

Auch seine neue Platte "Take Me To The Alley" ist durchtränkt von Botschaften und Einflüssen aus Soul, Blues und Gospel. Beides liegt an der Herkunft des 44-Jährigen. Seine Mutter war Pastorin, weshalb er schon früh in der Kirche Gospel-Songs sang. Aber die Lebensumstände als Kind prägten ihn noch mehr.

Brennende Kreuze

"Wir haben deutlich Rassismus zu spüren bekommen", sagt er. "Sie haben immer wieder Melonen oder Kürbisse durch die Fenster geworfen, einmal sogar brennende Kreuze in den Vorgarten. Mein Bruder wurde erschossen. Und Nigger wurde ich so oft genannt, dass es gar nichts mehr bedeutet hat."

In dem Song "Fan The Flames" greift Porter deshalb die Rassenunruhen im amerikanischen Ferguson auf. Noch lieber als Klagen über die Vergangenheit, packt er aber Visionen für die Zukunft in seine Songs.

Das, sagt er, habe er von seiner Mutter: "Sie hat sich in Bakersfield, wo ich aufgewachsen bin, absichtlich Kirchen in der schlimmsten Gegend geben lassen. Wir waren umgeben von Prostitution, Drogen, Obdachlosen. Ihr Credo war: Dort werde ich am meisten gebraucht, dort kann ich am meisten bewirken."

Darauf spielt der Titelsong "Take Me To The Alley" an. Und auch "More Than A Woman" hat Porter ihr gewidmet: "Das Wichtigste, was sie mir gegeben hat, war die Goldene Regel: Behandle alle Menschen so, wie du gerne behandelt werden willst. Die gilt in jeder Kultur und Religion, egal ob Buddhismus, Christentum oder Islam. Und diese Haltung kommt heute in meiner Musik raus."

INFO

Die nächsten Auftritte von Gregory Porter:

8. Juli: Gaststar beim Kurier-Event "Nova Jazz & Blues Night" Eisenstadt/Schlosspark Esterhazy

22. November: Salzburg/Haus für Mozart/Kleines Festspielhaus

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