© Anna Ternheim

CD-Kritiken
10/09/2019

Gemischte Platte - mit u. a. Belle & Sebastian, Alpine Dweller und Anna Ternheim

Neue Musik aus unterschiedlichen Genres. Diesmal mit u. a. verträumtem Folkpop, Drei-Wetter-Taft-Disco-Pop und Gangstapop.

von Marco Weise

Belle And Sebastian: Days Of The Bagnold Summer
Mit Lagerfeuergitarre, gutmütigem Orgelsound und Räucherstäbchen-Harmonien   liefern  die Schotten genau das ab, wofür man sie seit  Jahren liebt: Wärmende Musik gegen die (soziale) Kälte. Zehn neue Stücke, zwei neu aufgelegte Klassiker und ein alter Song („Safety Valve“), der bisher nie auf einem Tonträger erschienen ist.


Dazart & Drexor: Gangstapop
Die Salzburger Crew Hanuschplatzflow hat den deutschsprachigen Hip-Hop mit  luftigen Melodien, deepen  Beats und zugedröhnten  Raps nachhaltig beeinflusst. Stichwort: Yung Hurn, Crack Ignaz, Young Krillin.    In dieselbe  Kerbe schlägt  nun  auch  das  tolle, marihuanageschwängerte  Debüt des Duos Dazart & Drexor.
 

Alpine Dweller: Among Others
Das von Wien aus agierende Trio rührt auf ihrem Debütalbum mit Cello, Harfe, Gitarre und Ukulele einen wunderschönen   Folkpop mit dezentem Klassik-Einschlag zusammen. Die oft dreistimmig vorgetragenen Songs  erinnern  einen in seiner schlichten Eleganz und filigranen Ausführung an den Output von Bon Iver.        

Brenk Sinatra: Midnite Ride II
Der Wiener Produzent ist eine   Beat-Instanz, bei dem  andere Künstler    (vor allem Rapper) gerne     maßgefertigte Tracks   in Auftrag geben. Auf der Fortsetzung  von „Midnite Ride“  (2015) geht es  Brenk Sinatra chilliger  an. Die  Beats  sind  langsamer, die Tracks noch komplexer und schlagen gekonnt eine Brücke zwischen Trap und Boom bap.

 

Anna Ternheim: A Space For Lost Time
Die Schwedin, die seit Jahren mit melancholisch-verträumten, aber nie weinerlichen  Songs das Leben besingt, legt  einen bezaubernd schönen neuen Longplayer vor. Stets melodisch und verspielt  schunkelt sie sich mit ihren frotteeweichen  Folkpop-Songs durch   persönliche Erinnerungen. Am 5.11. live im Haus der Musik (Wien).


Ankathie Koi: Prominent Libido
Die vom biederen Oberbayern nach Wien „geflüchtete“ Sängerin meldet sich mit ihrem zweiten Album zurück, in dem es dann auch  (Nomen es omen) lüstern zur Sache geht. Mit Taft-Föhnwelle, Disco-Bass und Synthiepop lässt sie – stimmlich zwischen Annie Lennox und Kim Wilde angesiedelt – die 80er-Jahre hochleben. Geile Sache.