Galerien in Wien: Vom Jetzt ein Bild machen

Galerien in Wien: Vom Jetzt ein Bild machen
Galerien dürfen im Lockdown derzeit offen halten – und beweisen ihre Rolle als kulturelle Nahversorger. Ein Rundgang

Dass unser Bewegungsraum eingeschränkt, unser Verhalten durch Regeln konditioniert ist, wird niemand mehr bestreiten. Was aber, wenn sich eine Kunstgalerie, dieser Ort des freien Herumstreifens und Assoziierens, nur noch in einem strikt vorgezeichneten Parcours, entlang von Pollern und leuchtenden Begrenzungen besuchen lässt?

Die Ausstellung der aus Israel stammenden Künstlerin Alona Rodeh (*1979) in der Christine König Galerie in der Wiener Schleifmühlgasse (bis 23. 12.) führt genau das vor – und wirkt damit aktueller, als es vielleicht ursprünglich intendiert wurde.

Doch nicht zuletzt darin liegt die Stärke neuer, noch nicht im Museumskanon abgelegter Kunst: Sie kann Resonanzen zum Tagesgeschehen liefern, aber auch Töne anschlagen, die über die Wirren des Jetzt hinaus klingen. Idealerweise fühlt man sich durch sie wacher, hat ein umfassenderes Bild im Kopf.

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