Filmkritik zu "Luzifer": Flucht in den religiösen Wahn

Franz Rogowski in Peter Brunners "Luzifer"
Franz Rogowski als Sohn einer religiösen Fanatikern in Peter Brunners eindrucksvollem Folk-Horror-Film

Zu den eigenwilligsten Stimmen innerhalb des heimischen Kinos zählt die von Regisseur Peter Brunner. Mit intensiven Arbeiten wie „Mein blindes Herz“ oder „To the Night“ profilierte sich der Wiener Filmemacher als extravaganter Auteur. Auch sein neuer, atmosphärisch dichter Folk-Horror „Luzifer“ trägt seine unverkennbare Handschrift.

Eine fanatisch religiöse Frau (Susanne Jensen) lebt mit ihrem erwachsenen, aber naiven Sohn (Franz Rogowski) in einem inzestuösen Verhältnis in einer abgelegenen Berghütte. Der Alltag der beiden ist geprägt von Isolation und strengen, religiösen Ritualen. Das „Idyll“ der beiden gerät unter Beschuss, als das Gebiet touristisch erschlossen werden soll und der Sohn in einem Coming-of-Age-Prozess sein Begehren für eine fremde Frau entdeckt (und damit die eifersüchtige Mutter auf den Plan ruft).

Eindrucksvoll verdichtet Brunner Zivilisationsflucht, Zivilisationskritik und religiösen Wahn zu einem rauschhaften Zustand jenseits der stereotypen Zuschreibungen von Tradition und Moderne.

INFO: Ö 2021. 103 Min. Von Peter Brunner. Mit Franz Rogowski, Susanne Jensen.

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