Kultur 26.12.2012

"Maniac"-Remake von Khalfoun

"Maniac": Remake eines Horror-Klassikers + "Vampirschwestern" + "Red Dawn" + "Searching for Sugar Man" + Ludwig II. + "Oh Boy!"

1980 sendet William Lustigs „Maniac“ Schockwellen durch die internationale Filmlandschaft: Die verstörende Innenaufnahme eines psychopathischen Serienmörders, der Frauen skalpiert und deren Skalps dann auf Schaufensterpuppen drapiert. Ein wahres Monstrum von einem Film, bis heute unerreicht in Intensität und Abgründigkeit. Jetzt haben sich die Franzosen Franck Khalfoun und Produzent Alexandre Aja („The Hills have Eyes“) an dieses Zentralstück amerikanischen Horrors gewagt. Die Neuverfilmung ist an sich schon eine Wahnsinnstat. Khalfoun macht daraus glatt ausgeleuchteten Designer-Horror, indem der Zuschauer mit dem Täter verschmilzt: die meisten Morde werden aus der Ich-Perspektive gefilmt. Nur selten sieht man das Gesicht des Maniac – und das ist irritierenderweise das von „Frodo“ Elijah Wood.

Youtube q4zaCuD33t8

KURIER-Wertung: *** von *****

Film: Maniac. F 2012. 93 Minuten. Von Franck Khalfoun; mit Elijah Wood.

Komödie

Harmlose deutsche Komödie, in der zwei Teenager-Mädchen, halb rumänische Vampire, halb Deutsche, nicht unlustig mit ihrem Außenseiterdasein an ihrer neuen Schule in Deutschland kämpfen.

Youtube VEIcx8EM5nI

KURIER-Wertung: *** von *****

Kriegsfilm

Remake des Reagan-Ära-Klassikers „Die Rote Flut“ von John Milius. Damals wurden die USA von kommunistischen Truppen besetzt, Teenager unter Patrick Swayze führten den Guerilla-Verteidigungskrieg. Nun ist es absurderweise eine nordkoreanische Invasion, „Thor“ Chris Hemsworth leitet den Widerstand: Action mit Klischeefiguren und hanebüchene Situationen.

Youtube bFJ49_MIb4s

KURIER-Wertung: *** von *****

Doku

Porträt des US- Bluessängers Sixto Diaz Rodriguez, Sohn mexikanischer Einwanderer, dessen Album „Cold Man“ auf verschlungenen Wegen zur Hymne des weißen Widerstandes im Südafrika der Apartheidsära wurde.

KURIER-Wertung: **** von *****

Historie

Aufwendiger und langatmiger Kostümschinken über das Leben
des berühmten Bayernkönigs. Sehr detailreich, dabei aber theaterhaft und gestelzt.

Youtube BIoyv2zRbqs

KURIER-Wertung: *** von *****

Tragikomödie

Niko Fischer (Tom Schilling) hat sein Studium geschmissen und zieht kettenrauchend durch die Stadt. „Oh Boy“ zeigt einen Tag und eine Nacht im schwarz-weißen Berlin. Die Menschen schütten ihr Herz aus: wie Julika, Hauptdarsteller eines Nazifilms, oder der alte Mann in der Bar, der von seiner Kindheit erzählt. Mal lustig, meist traurig.

Youtube L9-hgAjtKLc

KURIER-Wertung: **** von *****

( Kurier ) Erstellt am 26.12.2012