Kinder-Schnüffler-Quartett "TKKG"

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Kultur
06/06/2019

Filmkritik zu "TKKG": Schnüffler-Quartett im Kinderzimmer

Kinderbuchklassiker aus den frühen 80er Jahren als politisch korrekte, moderne Abenteuerunterhaltung im Kino.

Eine Jugend im Westdeutschland der frühen 80er Jahre war ohne die Reihen „Fünf Freunde“, „Die Drei ???“ oder „TKKG“ kaum denkbar. Es gab und gibt seit dem Jahr 1979 kaum ein deutsches Kinderzimmer, in dem Tim, Karl, Klößchen und Gaby nicht ermittelten.

Rund 30 Jahre lang hatte der 2007 verstorbene TKKG-Erfinder Rolf Kalmuczak unter dem Pseudonym Stefan Wolf immer neue Abenteuer für die vier jugendlichen Abenteurer in Buchform veröffentlicht. Und auch im Hörfunk, im Fernsehen, auf der Kino-Leinwand und auf Theaterbühnen löste das verwegene Quartett unzählige Fälle.

In den Anfangsjahren der Buch- und Hörspielserie zählte das sogenannte „Racial Profiling“ zu den beliebten Ermittlungsmethoden. Osteuropäischer Akzent und dunkle Hautfarbe? Von vornherein verdächtig! Auch das Frauenbild der Serie war stereotyp patriarchal gezeichnet. Gaby, das Mädchen im Bunde, war die Brave, deren einzige Aufgabe es zu sein schien, sich von Tim beschützen zu lassen. Von derlei Vorurteilen ist der neue Film befreit. In diesem Prequel wird erzählt, wie und warum sich das Schnüffler-Quartett ursprünglich formierte und wie vor allem die beiden Anführer Tim und Willi zueinander fanden. Im Internat.

Tim kommt aus armen Verhältnissen und kann sich das Internat nur dank eines Stipendiums leisten, während für Willis reiche Eltern das geschmalzene Schulgeld kein Problem ist. Als Willis Vater entführt und dazu noch eine wertvolle Statue aus dessen Kunstsammlung gestohlen wird, entdecken die beiden eine Gemeinsamkeit: Eine Leidenschaft für Verbrecherjagden. Gemeinsam mit der Intelligenzbestie Karl und der cleveren Polizistentochter Gaby weisen sie den professionellen Ermittlern nach, dass sie auf der falschen Fährte sind.

Dass der neue Film versucht, die TKKG-Bande für ein modernes, jugendliches Kinopublikum in die heutige Zeit zu versetzen, tut dem Vintage-Charme der ursprünglichen Buch- und Hörbuch-Reihe einigen Abbruch. Dass er damit auch politisch korrekter geworden ist, ist dankenswert.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: D 2019. 99 Min. Von Robert Thalheim. Mit Ilyes Moutaoukkil, Lorenzo Germeno, Manuel S. Gelke.