Filmstarts der Woche: Nichts war echt, aber es war schön

Adèle Haenel macht auch deswegen von sich reden, weil sie als Erste in der französischen Filmindustrie sexuelle Übergriffe anprangert
Adèle Haenel als Polizistin mit schlechtem Gewissen, Gérard Depardieu als Schachtrainer und Marianne Ihlen, Muse von Leonard Cohen.

Kritik zu "Lieber Antoine als gar keinen Ärger"

Die Gute-Nacht-Geschichten, die die Mutter ihrem kleinen Sohn erzählt, sind brutal: Sie handeln davon, wie ein Polizist mit gezückter Pistole eine Wohnungstür eintritt, Kinnhaken verteilt, Messer in Beine rammt und elegant vom Balkon springt. „Papa ist so stark“, jubiliert das Kind: „Bitte weiter erzählen!“

Denn Papa ist tot. Er ist als Polizist im Dienst verstorben, und seitdem lässt ihn seine Witwe Yvonne – übrigens auch Polizistin – jeden Abend für den Sohn wieder auferstehen: Rasant inszeniert wie in einer Parodie auf alte Thriller mit Jean-Paul Belmondo, stürmt der Vater durch die Tür. Solange, bis die Mutter die Geschichte abbricht und wir uns wieder im Kinderzimmer befinden.

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