"Fikkefuchs": Männer als notgeile, arme Würstchen

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Foto: /Thimfilm Jan Henrik Stahlberg, Regisseur und Hauptrolle in "Fikkefuchs"

Männerhumor zum Kotzen.

Dass dieser Film als sogenannte "Tragikomödie" daherkommt, zeigt vor allem eines: Was die einen witzig finden (können), ist für andere nur wenig lustig, oder sogar eher zum Kotzen.

Im konkreten Fall scheint diese Demarkationslinie zwischen den Geschlechtern zu verlaufen.

"Fikkefuchs" ist ein Film über männliche Sexualität in der heutigen Zeit der maximalen sexuellen Freiheit.

Für ein männliches Publikum geht es darin vielleicht um die Frage, wie und warum man als Kerl scheitern kann, weil Frauen nicht bereit sind, für jeden Dahergelaufenen die Beine breit zu machen. Weibliche Zuschauer – sofern sie sich den Film überhaupt antun wollen – werden kaum das nötige Mitgefühl entwickeln können, um die Männer als arme Würstchen zu sehen, mit denen man vielleicht nachsichtig sein sollte.

Thorben, der Protagonist dieses Films, ist jung, aggressiv und nach dem Dauerkonsum von Pornos auf dem Sprung, die nächstbeste Frau flachzulegen. Notgeil wildert er durch Berlin. Beim Versuch, eine Supermarktverkäuferin zu vergewaltigen, landet er in der Psychiatrie, kann aber wieder abhauen. In Berlin sucht er nach seinem Vater, dem "Stecher von Wuppertal", der ihm beibringen soll, wie man an die Frauen herankommt. Gespielt wird dieser vom Regisseur und Drehbuchautor selbst.

Der Soundtrack dieses nur mittels Crowdfunding finanzierten Streifens passt zu dieser Vater-Sohn-Geschichte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: Smetanas "Moldau" im Wechsel mit zeitgenössischen Zeilen wie "Fick dich, du Hurensohn". Komisch ist anders.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: D 2017. 101 Min. Von und mit Jan Henrik Stahlberg. Mit Franz Rogowski, Thomas Bading.

KURIER-Wertung:

(kurier) Erstellt am
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