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Festwochenkonzerte

"Wir sind mit dieser Situation nicht glücklich"

Neue Strukturen ergeben einen abgespeckten Konzertsektor.

von Peter Jarolin

12/11/2013, 06:00 AM

Alles neu bei den Wiener Festwochen. Am kommenden Montag wird Neo-Intendant Markus Hinterhäuser das erste Programm seiner auf drei Jahre befristeten Amtszeit präsentieren – Hinterhäuser wird danach bekanntlich Intendant der Salzburger Festspiele. Und Hinterhäuser will als Chef in Wien den unter seinem Vorgänger Luc Bondy eher stiefmütterlich behandelten Musiksektor massiv aufwerten.

Das aber hat Folgen für die Festwochenkonzerte, die alternierend vom Musikverein und vom Konzerthaus veranstaltet werden. „Das Programm ist deutlich abgespeckt“, sagt Musikvereinschef Thomas Angyan. Von bis dato mehr als 70 Konzerten pro Jahr sind gerade einmal 22 offizielle Festwochenkonzerte übrig geblieben. Grund dafür ist das neue Hinterhäuser-Modell. Dieser nämlich wird im jeweils nicht Festwochenkonzerte ausrichtenden Haus sogenannte „Programminseln“ veranstalten.

Umschichtung

Also hat Hinterhäuser gemeinsam mit Angyan nur wenige Konzerte als offizielle Festwochenkonzerte ausgewählt. Das Geld für die „Programminseln“ kommt von der Stadt Wien und beträgt 200.000 Euro. So hoch war das bis 2013 jährlich alternierend im Musikverein oder im Konzerthaus ausgerichtete Frühlingsfestival dotiert, das es ab 2014 nicht mehr geben wird. Angyan: „Ich bin mit Markus Hinterhäuser seit Jahren gut befreundet und lasse auch keinen Keil zwischen uns treiben. Ich verstehe, dass Markus Hinterhäuser sich auf dem Musiksektor profilieren will. Aber weder mein Kollege Matthias Naske, der als neuer Konzerthauschef ein nicht angenehmes Erwachen hatte, noch ich, sind mit der Situation glücklich. Welche Konsequenzen wir daraus ziehen werden, ist noch nicht klar.“

Angyan weiter: „Die Politik hat das aber so entschieden. Zwischen den Konzertveranstaltern und den Festwochen hat es ja immer lustige Zwischenspiele gegeben.“

Dass sich die Festwochen mit den 200.000 Euro für die „Programminseln“ im Konzerthaus einmieten müssen, versteht Angyan nicht. „Davon hat niemand etwas.“ Bis 2017 wollen Angyan und Naske die neue Struktur mittragen. Was danach kommt? Angyan: „Wir werden mit Hinterhäusers Nachfolger das Gespräch suchen. Denn wir wollen Teil der Festwochen sein. Aber diese Struktur macht uns unglücklich. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich der Musikverein und das Konzerthaus mit einem dritten Partner zusammenschließen und ab 2018 etwas ganz Eigenes machen.“

2014 jedenfalls sind im Rahmen der Konzerte Stars wie Riccardo Muti, Mariss Jansons, Philippe Jordan, Nikolaus Harnoncourt, Rudolf Buchbinder, Thomas Hampson oder Maurizio Pollini zu erleben.

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