Kultur
17.07.2018

Festspielereien in Bregenz

Am Mittwoch startet das Festival am Bodensee mit Goldschmidts „Beatrice Cenci“, am See gibt es „Carmen“

Die Sommertheater im Osten sind weitgehend gelaufen, in Wien sorgt bereits ImPulsTanz für Bewegung, und diese Woche stechen auch die zwei großen Festspielflagschiffe in See. Am Freitag starten die Salzburger Festspiele mit der traditionellen „Ouverture spirituelle“; schon ab Mittwoch bittet man in Bregenz zum großen theatralischen Morden.

Denn nach der feierlichen Eröffnung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen heißt es abends im Festspielhaus: Vorhang auf für Berthold Goldschmidts selten gespielte Oper „ Beatrice Cenci“. Johannes Erath setzt das Werk rund um die Titelheldin, die ihren despotischen Vater ermorden lässt, in Szene; Johannes Debus steht am Pult der Wiener Symphoniker. Die Beatice singt Gal James.

Spielkarten

Mit einem Mord geht es weiter. Denn ab Donnerstag tötet Don José Georges Bizets „Carmen“ wieder auf der Seebühne. Die überdimensionierten Hände mit den Spielkarten der Bühnenbildnerin Es Devlin prägen im zweiten Jahr das optische Antlitz der Festspiele. Wer das von Kasper Holten klug inszenierte Spektakel – auch hier sind mit alternierenden Dirigenten und Solisten die Wiener Symphoniker im Einsatz – sehen will, muss sich beeilen. Denn „Carmen“ verabschiedet sich.

In den Jahren 2019/’20 setzt Intendantin Elisabeth Sobotka am See auf Giuseppe Verdis „Rigoletto“; 2021/’22 ist dann Giacomo Puccinis Madama Butterfly“ zu erleben. Allerdings unter dem Namen „Madame Butterfly“.

Jagdgewehr

Zuvor aber gibt es heuer auch eine Uraufführung: Mit „Das Jagdgewehr“ des österreichischen Komponisten Thomas Larcher (Libretto: Friederike Gösweiner nach Yasushi Inoue) gibt der bekannte Schauspieler Karl Markovics in der Werkstattbühne sein Debüt als Opernregisseur. Michael Boder dirigiert das Ensemble Modern. Von 15. bis 18. August sind drei Vorstellungen geplant.

Dazu kommen in Bregenz noch Aufführungen der Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“ von Astor Piazzolla, eine Spielserie von Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ in der Regie von Brigitte Fassbaender, und zwar im Rahmen der Reihe „Neue Stimmen“.

Im Theaterbereich sei auf das Gastspiel des Grazer Schauspielhauses mit Nikolaus Habjans wunderbarer Umsetzung von Paulus Hochgatterers Text „Böhm“ verwiesen: Der österreichische Dirigent Karl Böhm als Puppe und situationselastischer Künstler in der NS-Zeit.

Ö1 überträgt am 18. Juli live (19 Uhr) „Beatrice Cenci“; ORF III strahlt die Oper am 19. August um 21 Uhr aus. „Das Jagdgewehr“ folgt am 19. August ab 22.20 Uhr auf ORF III.