Fences nahm seinen Hit "Arrows" mit Rapper Macklemore auf.

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Neue CD
12/09/2014

Engel-Song gegen das teuflische Leben

Fences zeigt mit "Lesser Oceans", dass er auch ohne seinen Freund Macklemore Hits schreiben kann.

von Brigitte Schokarth

Das sind so liebe, loyale Leute! Sie hätten nicht mit mir arbeiten müssen. Aber sie haben es getan." Christopher Mansfield, Mastermind des Indie-Projektes Fences, schwärmt von seinen Freunden Macklemore und Ryan Lewis.

Das Duo, das 2013 mit den Hits "Thrift Shop" und "Same Love" durchstartete, hat mit Fences für dessen neues Album "Lesser Oceans" den Song "Arrows" aufgenommen. Auch wenn Fences sofort Macklemore im Sinn hatte, als er einen Rap-Part in "Arrwos" einbaute, hat es ihn doch überrascht, dass der rotblonde Hip-Hopper gleich zugesagt hat.

Empathie

"Ich bin mit Macklemore seit sechs Jahren befreundet", erzählt Fences im Interview mit dem KURIER. "Wir haben einander in der Club-Szene von Seattle kennengelernt und schon bevor er berühmt wurde, den Song ,Otherside’ zusammen aufgenommen. In ,Arrows’ vergleiche ich das Leben mit einem Pfeil, der abgeschossen wird und zufällig irgendwo landet. Wobei es mir darum geht, dass man Empathie für Leute in anderen Lebenssituationen entwickelt. Der Song war perfekt für Macklemore, weil sein Leben durch den Erfolg jetzt so anders ist, als das der meisten Menschen." So schrieb Macklemore für Arrows einen Rap über den Preis des Erfolges, während Ryan Lewis den Song produzierte.

"Arrows" ist aber längst nicht der einzige hitverdächtige Song des neuen Fences-Albums "Lesser Oceans". Auf diesem zweiten Longplayer bewegt sich der ehemalige Jazz-Student am renommierten Berklee College Of Music in Boston zwischen energetischem Indie-Pop und Folk-Atmosphäre, zwischen komplexen Arrangements, mit vielschichtig aufgetürmten Keyboards und luftigen Momenten mit wenigen akustischen Instrumenten.

Bemerkenswert dabei: Es gibt immer eine gewisse Diskrepanz zwischen den zumeist fröhlichen Melodien und den häufig morbiden Texten. So erklärt der 31-Jährige im Opener "Songs About Angels", dass er sich auf den Tod freut. Darauf angesprochen relativiert er: "Das tue ich natürlich nicht. Aber ich dachte, wenn ich es so sage, nimmt es dem Tod vielleicht etwas Schrecken. Ähnlich wie die Intention des Songs: Das Leben kann manchmal teuflisch sein – also schreibe ich einen Song über Engel."

Überhaupt spielt Fences sehr bewusst mit Gegensätzen. "Ich finde, dass Musik interessanter wird, wenn dich der Text in eine Richtung und die Musik in eine andere zieht. Dadurch entsteht ein leicht unangenehmes Gefühl. Vermutlich habe ich das von meiner Lieblingsband The Smiths. Ihr Boss Morrissey hat das dauernd so gemacht."

Ehrliche Kunstform

Morrissey war aber nicht die erste musikalische Liebe von Fences. Begonnen hat Fences als Jazzmusiker "Ich kam durch meine Stiefmutter darauf, die mir als Kind all diese wundervollen Platten von Jaco Pastorius und Wayne Shorter gegeben hatte. Beim Jazz-Studium in Berklee hatte ich dann einen Zimmerkollegen, der Folk-Sänger war. Ich dachte immer, der sagt mit seiner Musik alles, was ich auch sagen will. Ich fand, es war eine viel ehrlichere Kunstform. Und als ich die selbst ausprobierte, war es, als hätte ich meine eigene Sprache gefunden."

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