Fellner übernahm am deutschen Wahlabend die ARD-Sendungen

19. ÖSTERREICHISCHE MEDIENTAGE IN WIEN: FELLNER
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Am 24. September wählte Deutschland den Bundestag. Oe24.tv zeigte seinen Sehern ohne Genehmigung das ARD-Livesignal.

Für Angela Merkel ging der 24. September ohne Skandale, aber mit einem blauen Auge aus. Sie gewann zwar die Wahl, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass die extrem rechte AfD große Erfolge einfuhr.

Ohne Zweifel ein spannender Wahlabend, den auch heimische Medien intensiv beobachteten. Schließlich ist die größte Volkswirtschaft Europas so etwas wie ein Garant für die Stabilität der derzeitigen Verhältnisse am Kontinent. Auch der Fernsehsender Wolfgang Fellners, Oe24.tv, brachte Bilder von der wohl wichtigsten Wahl des heurigen Jahres. Wohl in Ermangelung eigener Teams vor Ort ließ Fellner allerdings die Bilder von der ARD ausstrahlen – und zwar ohne Genehmigung.

Erstaunt

Wie geht der deutsche öffentlich-rechtliche Riese damit um? Hinter den Kulissen zeigte man sich erstaunt und ein wenig ratlos ob der Methoden eines österreichischen Medienhauses. Wie man damit umgehen wird, ist derzeit Gegenstand juristischer Betrachtungen. "Wir prüfen das rechtlich", hieß es auf KURIER-Anfrage aus der ARD-Chefredaktion.

Juristisch stünde der ARD der Weg zu einem österreichischen Gericht offen, sagt der Wiener Medienanwalt Stefan Korn, dessen Kanzlei unter anderem den ORF vertritt: Mögliche juristische Forderungen wären etwa der Ersatz für das nicht gezahlte Entgelt für die Fernsehbilder und Schadenersatz. Außerdem könne man in Folge eines Schuldspruchs eine Urteilsveröffentlichung auf dem Sender verlangen, sagt Korn.

Weil es sich bei Oe24.tv um einen Medienbetreiber handelt, der zumindest theoretisch wissen muss, wie man das Urheberrecht einhält, könnte sich das vom Gericht zu ermittelnde Ersatzentgelt verdoppeln.

(kurier) Erstellt am
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