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Kultur
01/23/2020

Ex-Grammy-Akademie-Chef weist Vergewaltigungsvorwurf zurück

Neil Portnow nennt auch andere Vorwürfe von seiner suspendierten Nachfolgerin "unwahr".

Der frühere Chef der Grammy-Akademie, Neil Portnow, hat die von seiner Nachfolgerin gegen ihn erhobenen heftigen Vorwürfe zurückgewiesen. Dass Deborah Dugan ihm vorwerfe, eine nicht näher genannte ausländische Musikerin vergewaltigt zu haben, "ist die Verbreitung einer Lüge", erklärte Portnow am Mittwoch in Los Angeles.

Die Behauptungen seiner Nachfolgerin nach ihrer Suspendierung seien "lächerlich und unwahr". Außerdem verwahrte sich Portnow gegen Dugans Vorhaltung, er habe 750.000 Dollar (676.500 Euro) von der gemeinnützigen Grammy-Akademie gefordert, um dieser als Berater erhalten zu bleiben. Dugans Beschwerde sei "voller ungenauer, falscher, unerhörter und schrecklich schmerzhafter Vorwürfe gegen mich".

Suspendierte Nachfolgerin wittert Racheaktion

In einer 44-seitigen Beschwerde bei der Gleichstellungsbehörde von Los Angeles hatte Dugan erklärt, bei ihrer Beurlaubung durch die Akademie handle es sich in Wahrheit um eine Racheaktion, nachdem sie sich über sexuelle Belästigung, Unregelmäßigkeiten bei den Grammy-Nominierungen sowie weiteres Fehlverhalten beschwert habe.

Sie schilderte, sie sei aufgefordert worden, Portnow als Berater anzustellen - trotz Vorwürfen, wonach er eine ausländische Musikerin vergewaltigt habe. Dies sei offenbar auch der wahre Grund dafür gewesen, dass Portnows Vertrag nicht verlängert worden sei. Sie habe den Chef der Personalabteilung der Akademie am 22. Dezember zudem per E-Mail darüber informiert, dass sie selbst von einem beratenden Anwalt der Akademie sexuell belästigt worden sei.

 

Gala am Sonntag

Die Recording Academy, die die Grammys vergibt, hatte die Vorwürfe bereits am Dienstag zurückgewiesen und Bedauern darüber geäußert, dass Dugans Vorgehen die bevorstehende Grammy-Verleihung am Sonntag zu überschatten drohe.

Dugan war als erste Frau an die Spitze der Grammy-Akademie berufen worden. Sie hatte das Amt im vergangenen Mai von Portnow übernommen, nachdem dieser mit Äußerungen über die männliche Dominanz bei den Grammys eine Kontroverse ausgelöst hatte. Portnow hatte die Akademie 17 Jahre lang geleitet.

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