schriftstellerin rossmann, im zusammenhang mit ihren büchern honorarfrei

© Daniela Zedda

Krimi
08/30/2013

Eva Rossmanns Rollenspiel mit Nudelauflauf

"Männerfallen", der 15. Mira-Valensky-Krimi erfindet den Bestseller "Sei ein MANN!"

von Peter Pisa

Im 15. Krimi mit der Wiener Reporterin Mira Valensky gibt es Nudelauflauf mit Garnelen, Sardellen, sardischem Käse sowie Ingwerlikör-Schaum. Kochend feiert die Heldin ihren 50. Geburtstag. Drei Eier und Schlagobers hat sie einzukaufen vergessen. Das ist nicht das Hauptthema von „Männerfallen“. Aber gut.

Zum neuen Roman kam die Idee, als die Autorin und Köchin Eva Rossmann der kalifornischen Krimi-Kollegin Tess Gerritsen („Abendruh“) begegnete. Gerritsen war entsetzt, als sie erfuhr, dass die amerikanische „Shades of Grey“-Serie auch im g’scheiten Europa ein derartiger Verkaufsschlager ist.

Gemeinsam dachte man darüber nach, warum so viele an einem absurden Männer- und Frauenbild Gefallen finden – in der Art: Älterer reicher Mann zeigt junger Frau, wie Sex geht, und zum Schluss darf sie ihn sogar heiraten. Super.

Und Rossmann fragte sich: Wie funktionieren internationale Bestseller, die sich mit Sex beschäftigen? Was gibt’s da für wirkliche Sehnsüchte – und was ist einfach nur ein von Verlag und Medien gehypter Schmarrn, auf den die Welt hereinfällt?

In „Männerfallen“ heißt das entsetzliche Buch „Sei ein MANN!“ Der Österreicher Thomas Pauer hat es verbrochen. Obwohl seine Ehefrau und seine Ex nicht unbedingt der Meinung sind, dass er ein übler Macho ist, predigt Pauer: Der Mann möge die Sau rauslassen, Frauen sollen dankbar sein, wenn sie „was“ kriegen und so weiter.

... und viele Frauen streiten sich um die Sitzplätze bei seiner Lesung im MuseumsQuartier. Wenige demonstrieren dagegen.

Bequem

Zwei Punkte dürfen noch verraten werden, ohne dass Spannung verloren geht: 1.) Eine Studentin wirft Pauer vor, er habe sie im Hotel zu vergewaltigen versucht. 2.) Während eines Werbeauftritts auf Sardinien stirbt er.

Dazu Gedanken von Eva Rossmann, die durch den Roman klingen, aber hier im KURIER deutlich ausgesprochen werden:

„Es ist schaurig, wie viele Frauen auf Typen hereinfallen, die ihnen Macher-Eigenschaften vorgaukeln. Ist ja auch irgendwie bequem, wenn einer alles entscheidet. Nur dass es dann eh nicht so spielt.“

„Vor allem in Deutschland gibt es eine regelrechte Gegenbewegung zum Feminismus und zur Political Correctness. Gerade jüngere schicke Journalistinnen haben geschrieben, sie wollen in einer Bar nicht von einem Typen in Strickweste angejammert werden. Sie wollen angebaggert werden. Sie wollen einen Typen, der ihnen zeigt, was er will.“

„Ich finde es spannender, wenn Rollen nicht so fix sind.“

„Ich bleibe Feministin, und ich nehme mir die Freiheit, selbst zu definieren, was ich darunter verstehe.“

Der Ingwerlikör-Schaum ist übrigens am besten, wenn der Ingwerlikör selbst angesetzt wird.

Info: Eva Rossmann: „Männerfallen“. FolioVerlag. 266 Seiten. 19,90 Euro. Erscheint amkommenden Montag.

KURIER-Wertung: **** von *****

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