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Kultur
10/01/2012

Eva Jantschitsch: Mit Schlager und Rap ins Theater

Theatermusik: Eva Jantschitsch komponierte die starken neuen "Alpenkönig"-Couplets. Als Gustav ist sie in der heimischen Popszene schon seit längerem ein Begriff.

von Guido Tartarotti

So mancher im Publikum wird sich gewundert haben: Wer ist die ein wenig schüchtern wirkende, ganz in Schwarz gekleidete junge Frau, die da am Ende aus dem Orchestergraben auf die Bühne stieg und mit Bravos überschüttet wurde?

Eva Jantschitsch komponierte die neuen Couplets für Ferdinand Raimunds Zauberspiel "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", das am Samstag im Wiener Burgtheater Premiere hatte. Und nicht wenige Kritiker und Zuschauer waren der Meinung: Gerade diese Musik macht den Zauber des Abends aus. Eva Jantschitschs Stücke erinnern vage an den Jazz von Kurt Weill, aber auch an Tom Waits’ brachiale Rüpel-Balladen, sie zitieren Schlager, Chanson, Pop, Rap und Volksmusik.

Gustav

Eva Jantschitsch ist in der heimischen Popszene seit Jahren unter dem Namen Gustav bekannt (ihr Vater nannte sie als Kind so, da er sich ursprünglich eine Sohn gewünscht hatte). Ihre Alben "Rettet die Wale" und "Verlass die Stadt" bekamen hymnische Kritiken, 2005 wurde Gustav mit dem Amadeus-Award ausgezeichnet. Ihre Musik geht von elektronischem Pop aus, zitiert aber frei Stile und Genres. Gustav beherrscht sowohl die große Pop-Geste als auch den intimeren Ton der alternativen Pop- und Rockmusik.

Eva Jantschitsch wuchs in Graz auf und studierte in Wien an der "Angewandten" visuelle Mediengestaltung und digitale Kunst, u. a. bei Peter Weibel (der selber auch als Musiker erfolgreich war).

Jantschitsch machte sich rasch einen Namen als Komponistin von Film- und Theatermusik. Sie komponierte für Inszenierungen bei den Festwochen, im Akademietheater, in München, in Hamburg, aber auch für die Kabarettgruppe maschek. 2011 schrieb sie für den "Faust"-Schwerpunkt der Salzburger Festspiele den Zyklus "Unterhaltungsmusik zur Suche nach Erkenntnis", den sie gemeinsam mit Ben Becker aufführte.

Über ihre Arbeit am Theater sagte sie einmal: "Ich mach quasi als Hobby Musik für Theater, es ist mein zweites Standbein."

Für "Alpenkönig und Menschenfeind" verfasste sie auch die Couplettexte rund um Originalzitate von Raimund neu. Dabei gelangen ihr sehr starke Bilder: "Ich bin Gesetz, ich bin Natur / ich bin der Zeiger deiner Uhr. All euer Hass, all eure Wut / Lässt eure Seelen brennen / bis sie sich selbst erkennen."

Eine Veröffentlichung der Lieder auf Tonträger ist laut Burgtheater übrigens derzeit nicht geplant.

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