Kultur
05.12.2011

Europäischer Filmpreis ohne Lars von Trier

Der Däne gilt mit acht Nominierungen für "Melancholia" als großer Favorit der abendlichen Verleihung. Trotzdem wird er nicht dabei sein.

Der skandalumwitterte dänische Regisseur Lars von Trier kommt nach Veranstalterangaben nicht zur Vergabe des Europäischen Filmpreises in Berlin. Wer im Falle einer Auszeichnung am Samstagabend den Preis entgegennehmen sollte, war offen. Von Trier war mit gleich acht Nominierungen für das Drama "Melancholia" der große Favorit der Verleihung. Gründe für die Absage wurden nicht genannt.

Zum 24. Mal zeichnet die Europäische Filmakademie den besten Film, die besten Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, Drehbuchschreiber und Filmkomponisten aus. Auch drei Österreicher können bei der von Anke Engelke moderierten Gala auf eine Trophäe hoffen. Gleich doppelt ist man im "European Discovery - Prix Fipresci" der Nachwuchsfilmer vertreten: Mit Karl Markovics' "Atmen" und Markus Schleinzers "Michael" kommen zwei der fünf Nominierten aus Österreich. Überdies hat Josef Habernig Chancen auf eine Auszeichnung. Der Filmer ist in der Kurzfilm-Sparte mit seinem siebzehnminütigen Werk "Hypercrisis" vertreten.

"Melancholia", "Le Havre" und "The King's Speech" nominier

Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann begrüßte vor der Verleihung Pläne der EU-Kommission, die Ausgaben im Bereich Kultur und Medien von 2014 bis 2020 um 37 Prozent auf insgesamt 18,8 Milliarden Euro zu erhöhen. "Dieses wird auch den Aktivitäten für den europäischen Film zugutekommen", teilte Neumann mit. Er unterstrich die Bedeutung der Kultur für die Identität eines geeinten Europas. "Kultur ist die Quelle der Kreativität; und gerade in einer Krise sind wir auf diese angewiesen."

Neben "Melancholia" sind im Rennen um den Preis als bester Spielfilm auch Aki Kaurismäkis Tragikomödie "Le Havre" und Tom Hoopers "The King's Speech" mit Colin Firth in der Hauptrolle. Chancen haben außerdem das Sozialdrama "Der Junge mit dem Fahrrad" der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne, "In einer besseren Welt" der dänischen Regisseurin Susanne Bier und der Schwarz-Weiß-Stummfilm "The Artist" des Franzosen Michel Hazanavizius.

Über die Filmpreis-Gewinner entscheiden die 2.500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie. Die Höhepunkte der Verleihung werden am Sonntag um 22.35 Uhr auf Arte ausgestrahlt.