Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz.

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Insolvenz
10/22/2013

Etappensieg für Suhrkamp-Chefin

Gläubiger billigten Insolvenzverfahren. Ein Ende des Streits um den renommierten Suhrkamp Verlag ist aber noch lange nicht in Sicht.

Seit sieben Jahren tobt im renommierten deutschen Suhrkamp Verlag ein Machtkampf der Gesellschafter. Dienstag, als in Zeitungsredaktionen der neue Suhrkamp-Band „études“ von Friederike Mayröcker eintraf („untröstliches Ästchen, weiszt du, bin entgeistert, dieses feine Herzeleid nämlich ...“), trafen einander die Gläubiger des insolventen Verlags, um über den Sanierungsplan abzustimmen.

Und billigten im Amtsgericht Berlin-Charlottenburg mit klarer Mehrheit, was Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz vorgeschlagen hatte – dass Suhrkamp von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Ein geschickter Schachzug von ihr: Über die Familienstiftung ist Unseld-Berkewicz mit 61 Prozent am Verlag beteiligt. Minderheitengesellschafter Hans Barlach, der 39 Prozent der Anteile hält, würde weitreichende Mitspracherechte verlieren. Die beiden sind seit Jahren zerstritten.

Nach der Insolvenzordnung muss das Amtsgericht die Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubigerversammlung erst bestätigen. Das Verfahren wird deshalb noch rund vier Wochen dauern. Erst dann würde die Insolvenz aufgehoben werden.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Barlach lehnt den Plan freilich ab. Seine Anwälte hätten sofort Widerspruch einlegen können. Das taten sie nicht. Allerdings können sie in einem späteren Verfahren Berufung einlegen. Es ist also nur ein Etappensieg für die Suhrkamp-Chefin.

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