Emma Watson.

© /Filmladen/Majestic/Ricardo Vaz Palma

Interview
02/15/2016

"Dieses Mal ist es die Frau, die den Mann rettet"

Emma Watson über ihre erste Hauptrolle und die schwierige Thematik.

Vom Zauberlehrling zur Literatur-Studentin: Emma Watson, 25-jährige Millionärin, suchte sich nach "Harry Potter" erstmal ein zweites Standbein. Nach der erfolgreichen Beendigung der Uni-Laufbahn nahm sie wesentlich schwierigere Rollen an: Sie wurde zur UNO-Sonderbotschafterin für Frauen- und Menschenrechte.

Und in ihrem neuen Film "Colonia Dignidad" spielt sie eine deutsche Stewardess, die in Chile die sozialistische Regierung von Salvador Allende unterstützt und sich auf eine riskante Rettungsmission begibt, um ihren von Daniel Brühl gespielten Journalisten-Freund aufzuspüren, der im Folterkeller der Colonia Dignidad gelandet ist. Im Interview erklärte Watson, warum ihr gerade diese Rolle ein Anliegen ist.

KURIER: Was hat Sie an dem Thema gefesselt?
Emma Watson: Es wird erzählt, wozu Menschen bereit sind, wenn es darum geht, ihre Liebsten zu retten. Sonst geht es ja meistens um eine Frau, die in Schwierigkeiten gerät und dann von einem strahlenden Helden gerettet wird. Aber dieses Mal ist es die Frau, die den Mann rettet – und das hat mich fasziniert.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Ich habe die Colonia Dignidad besucht, die jetzt "Villa Baviera" heißt und sich seit den 1970er-Jahren natürlich völlig verändert hat. Trotzdem sind mir beim Betreten die Schauer über den Rücken gelaufen, denn vieles erinnert noch an die Vergangenheit. Übrigens stammt die Schürze, die ich im Film trage, aus der Colonia Dignidad.

Das hört sich ein wenig wie "method acting" an.
Ich wollte meine erste Hauptrolle so authentisch wie möglich spielen. Und deshalb habe ich auch Michael Nyqvist, der den Sektenführer Paul Schäfer spielt, gebeten, mich am Set zu fordern und mir Sachen an den Kopf zu werfen, auf die ich spontan reagieren musste.

Wie schwierig war diese Rolle emotional für Sie?
Das Spielen war nicht so schwierig wie das Abschalten nach Drehschluss. Um in das wirkliche Leben zurückzufinden, musste ich im Auto laut Musik hören, oder lange joggen, um die angestaute Energie abzuleiten. Diese Rolle war wirklich eine große Herausforderung für mich!

Hat diese Rolle Ihre Zukunft als Schauspielerin verändert?
Ich bin als Hermine Granger in "Harry Potter" berühmt geworden und muss nun beweisen, dass ich auch andere Rollen spielen kann. Es war schwierig für mich, das Drehbuch zu verdauen. Ich bin Schauspielerin geworden, um solche Geschichten zu erzählen und nicht um berühmt zu werden.

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