Kultur
23.12.2017

"Die Notlüge": Eine schrecklich nette Patchwork-Familie

Mit "Die Notlüge" steht heute, Samstag, Abend (20.15/ORFeins) die erste Stadtkomödie am Programm.

Lachen und scheitern statt erfolgreich ermitteln. Nach diesem Leitspruch hat der ORF im Sommer 2016 ein Pendant zur Landkrimi-Reihe in Auftrag gegeben: Die Stadtkomödien. Rund eineinhalb Jahre später, genauer gesagt am Samstag, ist es dann so weit – um 20.15 Uhr startet auf ORFeins mit "Die Notlüge" die neue, sehr österreichische Fernsehreihe.

Die Grazer Stadtkomödie beginnt in Wien mit einer Familienaufstellung: Der Fernsehmoderator Hubert (Josef Hader), der auch liebevoll Berti genannt wird, holt an der Seite seiner neuen Lebensgefährtin Patricia (Pia Hierzegger) seine Noch-Ehefrau Helga (Brigitte Hobmair), die nach der Trennung mit ihrem "feschen" Liebhaber Wolfi (Andreas Kiendl) und den Kindern aus erster Ehe zusammenlebt, ab, um gemeinsam nach Graz zu fahren. Dort feiert nämlich Bertis Mama, die Marianne (Christine Ostermayer) ihren Geburtstag. Bei dieser Familienzusammenkunft möchte Berti endlich reinen Tisch machen und die Mama über neuen Beziehungsverhältnisse aufklären, ihr sagen, dass zwar jetzt alles ganz anders, aber auch sehr super ist.

Heile Familienwelt

Und dann, im richtigen Moment, ergreift er das Wort und … lügt. Er bringt es nicht übers Herz, seiner herzkranken Mama die Wahrheit zu sagen, dass er schon lange nicht mehr mit Helga zusammen ist und die Helga nicht von ihm, sondern vom Neuen, dem Wolfi, schwanger ist. Alles soll an diesem vielleicht letzten gemeinsamen Wochenende beim Alten bleiben. Und so wird eine heile Familienwelt vorgespielt – bis alle erschöpft, gekränkt, betrunken und verzweifelt ins Bett fallen: Am Ende der von Berti spontan inszenierten Vorführung wissen die Beteiligten selbst nicht mehr genau, mit wem sie warum zusammen sind – oder sein möchten.

Der Film steht ein bisschen in der Tradition von Verwechslungs-Komödien. "In unserer Geschichte geht es darum, aus einer Situation das Beste zu machen, im Konkreten geht es um eine Familie, in der nicht alle denselben Informationsstand haben, was die Beziehungen untereinander betrifft", sagt die Filmregisseurin Marie Kreutzer, die mit "Die Notlüge" nun auch ihren ersten Beitrag fürs Fernsehen vorweisen kann. " Notlügen gehören doch irgendwie schon zum guten Benehmen. Immer und in jeder Situation ehrlich zu sein, ist weder möglich noch zielführend", sagt Kreutzer.

Anfänger

Von einer "Notlüge" in Graz geht es zurück nach Wien, wo das österreichisch-türkische Miteinander im Mittelpunkt steht: In "Herrgott für Anfänger" (30. 12.) lassen sich Katharina Straßer als katholische Heurigenköchin und Deniz Cooper als türkischstämmiger Taxifahrer so manches einfallen, um dem jeweils anderen Steine in den Weg zu legen. In dieselber Kerbe schlägt "Kebab extrascharf" (6. Jänner), die Fortsetzung von "Kebab mit Alles" (2011), der im Herbst dieses Jahres bereits auf ARTE ausgestrahlt wurde. Der Film mit Andreas Vitásek wird den Sehern vom ORF nun als Teil der Stadtkomödien-Reihe verkauft und unter den Weihnachtsbaum gelegt.

Weitere Stadtkomödien:
– „Herrgott für Anfänger“ mit Kathi Strasser, Deniz Cooper und Cornelius Obonya ist am 30. Dezember um 20.15 Uhr auf ORFeins zu sehen.

– Am 6. Jänner folgt „Kebab extrascharf“, ein Sequel von „Kebab mit Alles“, unter der Regie von Wolfgang Murnberger mit Andreas Vitásek und Tim Seyfi.

– „Harri Pinter, Drecksau“ mit Juergen Maurer und Julia Cencig muss noch auf seine TV-Ausstrahlung warten, da der Film noch in den Kinos läuft.