Kultur
26.05.2017

Ein Meister der Zwischentöne: Schauspieler Rainer Frieb gestorben

1949–2017. Er war ein Meister der Zwischentöne, kein Mann fürs Grobe, er hatte eine markante Stimme – und er spielte oft Intellektuelle. 1987 kam Rainer Frieb, geboren am 25. Jänner 1949 in Starnberg (Bayern), nach Wien – und spielte fortan im Theater Der Kreis von George Tabori, in dessen freier Gruppe er schon 1980 bis 1982 mitgewirkt hatte.

Frieb studierte von 1969 bis 1972 Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Erste Engagements führten ihn über Oberhausen, Bremen und München 1982 ans Hamburger Schauspielhaus. 1990 übernahm Hans Gratzer das Theater in der Porzellangasse von Tabori; Rainer Frieb blieb - und wirkte in etlichen Schauspielhaus-Produktionen mit. Zudem war er ab 1992 regelmäßig am Volkstheater unter der Leitung von Emmy Werner zu sehen, von 2005 bis 2015 war der Karl-Skraup-Preisträger dort in der Direktion von Michael Schottenberg festes Ensemblemitglied. Zudem trat er bei den Festspielen Reichenau auf: 2015 spielte er den Pflugfelder in "Professor Bernhardi" von Schnitzler, 2016 wirkte er in der Dramatisierung von Doderers "Dämonen" mit. In der Nacht auf den 25. Mai starb Rainer Frieb nach schwerer Krankheit in Vorarlberg.