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Kultur
09/15/2019

"Downton Abbey": Finale auf der großen Leinwand mit "viel Nostalgie"

Die Kultserie endet im Kino – ab nächster Woche zu sehen. Der KURIER interviewte die Darsteller zum Film.

von Elisabeth Sereda

Diese Woche wurde beim Filmfestival von Toronto zu großem Applaus der Spielfilm Downton Abbey gezeigt. Der Kinofilm bildet gleichzeitig den Schlusspunkt zur beliebten Serie, die weltweit seit 2011 in über sechs Staffeln lief. Die Geschichte der aristokratischen Crawleys und ihrer Dienstboten gab einen Einblick in das Leben der britischen Bevölkerung quer durch alle Gesellschaftsschichten vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Zwischenkriegsjahre.

In Toronto mischte sich zur Begeisterung der Zuschauer Nostalgie und ein wenig Wehmut – auch bei den Darstellern Elizabeth McGovern, Michelle Dockery und Hugh Bonneville.

KURIER: Es ist üblich, dass Schauspieler nach einer so langen Zeit – drei Jahre nach dem Ende der Serie – wieder zurückkehren, um einen Film zu machen. Wie haben Sie das empfunden?

Elizabeth McGovern: Für mich war das wie „Und Täglich grüßt das Murmeltier“. Nichts hatte sich verändert. Kein Grashalm, kein Möbelstück, kein Teppich. Es war wirklich leicht, sofort in die alte Dynamik zu fallen.

Hugh Bonneville: Es war als ob man alte Kleider anzieht. Im wahrsten Sinn des Wortes, sogar die Kostüme waren dieselben. Obwohl sie neu genäht waren. Auf der großen Leinwand sieht das alles noch grandioser aus. Das Haus, das Grundstück, die Kostüme.

Michelle Dockery: Drei Jahre sind eine lange Zeit, da beginnt man schon etwas zu vermissen. Ich fühlte sehr viel Nostalgie. Und es war wunderbar, dass wir binnen Minuten alle wieder so mittendrin waren, so als wäre keine Zeit verstrichen. Es war die Familie, die sich wiedersieht.

Haben Sie Mary vermisst?

Michelle Dockery: Ja, denn ich mag diese Figur mehr als alle anderen Rollen, die ich je gespielt habe. Sie ist ein großer Teil meines Lebens. Mir ist in den drei Jahren dazwischen ihre Stärke, ihr Witz und Humor sehr abgegangen.

Im Film erwarten die Crawleys hohen Besuch: Der King und die Queen haben sich angesagt. Was löst das aus?

Hugh Bonneville: Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass solch hohe Gäste zu einer gehörigen Portion Drama beitragen. Und Chaos.

Elizabeth McGovern: Für Cora ist es in erster Linie das Drama, was sie anziehen soll! Sie macht ja sonst nichts. Das hat mich anfangs wahnsinnig gemacht.

Michelle Dockery: Ich war begeistert, als ich das Drehbuch gelesen habe. Julian Fellowes ist ein Genie, die Royals mit unserer Familie zusammenbringt, und nicht nur ‚upstairs‘, die oberen Stockwerke, wie wir in England sagen, sondern auch ‚downstairs‘, weil es eben auch um die königliche Entourage und unsere Angestellten geht. Das wird vor allen den Amerikanern gefallen, die ja von den Royals völlig besessen sind. „The Crown“ meets „Downton“ sozusagen.

Hugh Bonneville: Die wirklich explosive Spannung entsteht durch das Kollidieren dieser zwei Welten, des königlichen Hofpersonals und Haushalts der Familie.

Machte es einen großen Unterschied, Downton Abbey als Film zu drehen?

Hugh Bonneville: Manche Kulissen kamen dadurch viel besser zum Vorschein. Leider hatten wir aber dasselbe Catering wie bei der Serie. Wir hatten Kekse und Tee und hin und wieder Sandwiches. Die einzigen Male, wo es etwas Ordentliches zu essen gab war, als die amerikanischen Chefs zu Besuch waren.

Haben Ihre Rollen über die Jahre Ihre eigenen Gewohnheiten verändert?

Michelle Dockery: Meine Haltung ist besser geworden. Mary steht mit geradem Rücken, immer sehr still. Der Kopf ist hoch, und sie kommandiert einen Raum, indem sie ihn nur betritt. Das kommt davon, dass diese Leute in diesen riesigen Villen aufgewachsen sind. Eine große Stiege hinabzuschreiten ist eine Selbstverständlichkeit, die sie seit Kindheit üben. Das hat mir wiederrum sehr viel Selbstbewusstsein eingeflößt. Und ich denke, dass ich jetzt mehr von Mode verstehe und mich besser anziehe.

Elizabeth McGovern: Ich auch! Das ist wiederum der Vorteil, wenn man sich ständig umziehen muss!

Hugh Bonneville  Ich habe mir abgewöhnt, ständig meine Hände in die Taschen zu stecken, weil mir Julian Fellowes mehrmals auf die Finger gehaut hat, als ich das unbewusst machte und wieder eine Szene ruinierte. Es war eine so starke Angewohnheit von mir, dass der Kostümdesigner mir die Taschen zugenäht hat. Und heute mache ich es auch privat nicht mehr.

Haben Sie komische Erfahrungen mit Fans gemacht?

Elizabeth McGovern: Meine Liebelingsstory ist als ich meinen armen Ehemann auf eine Pressejunket nach LA mitgenommen habe. Wir durften ja nie verraten, was in der Serie als nächstes passieren wird. Und auf einer der Partys, kam ein Reporter, der ein Riesenfan war, auf ihn zu und meinte: „Sagen Sie mir, was in der nächsten Staffel passiert.“ Und er erwiderte: „Ich habe keine Ahnung!“ Am nächsten Tag war die Titelzeile der Zeitung „Downton-Ehemann weiß nichts“. Das war der der Höhepunkt meiner Karriere!

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