© TanzQuartier Wien/Alexi Pelekanos

Kritik
10/18/2021

Doris Uhlichs "Gootopia": Auf der Schleimspur unterwegs

Uraufführung im TanzQuartier in Wien (Von Silvia Kargl).

 Die Choreografin Doris Uhlich ist eine Grenzgängerin, die keine Scheu davor hat, mit ihren Stücken auf gesellschaftliche Tabus zu verweisen.

In der Uraufführung von „Gootopia“, die am Wochenende im Tanzquartier gezeigt wurde, geht es um Schleim in unterschiedlichen Konsistenzen. Um Körperflüssigkeiten, die im wahrsten Sinn des Wortes zugleich laut Uhlich für die „Fluidität von Körpern und Körpergrenzen“ im zeitgenössischen Tanz stehen sollen.

Nackt

Wie so oft bei Uhlich sind die Performer, drei Frauen und drei Männer, nackt. Auch ihre spezifische „Schwabbeltechnik“ kommt gelegentlich vor, doch gerät in „Gootopia“ die Choreografie gegenüber visuellen Effekten in glitschigen Feuchtgebieten eindeutig ins Hintertreffen.

Dafür stehen eimerweise synthetisch hergestellte Substanzen zur Verfügung, die oft mehr Erinnerungen an Kinderspiele mit Slime und erotische Spiele mit Latex erwecken als Assoziationen zu von Menschen und Tieren abgesonderten Sekreten.

Schleimspuren, die in der ersten Szene an eine Schnecke gemahnen und im Verlauf des 90-minütigen Stücks auch an Geburten erinnern, verlaufen schnell im Sand beziehungsweise auf dem schwarzen Bühnenboden. Der Schleim wird vielfach zu einer zweiten Haut, in der die Körper zu Skulpturen erstarren.

Kein Fluss

Die Bewegungen geraten in keinen Fluss, sondern schränken den Spielraum mehr ein, als dass sie ihn zu öffnen vermögen.

Im Soundkonzept von Boris Kopeinig fließen Voices und Geräusche der Schleimmassen durchaus schlüssig ein. Ansonsten wirkt „Gootopia“ noch nicht so stark wie viele andere Choreografien Uhlichs.

 

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