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Kultur
06/03/2021

Diese Filme starten beim Festival in Cannes

Stars wie Sean Penn und Wes Anderson präsentieren neue Werke. Österreich ist im Feld "Un certain regard" zweimal dabei

Nach der Absage 2020 will das Filmfestival von Cannes heuer von 6. bis 17. Juli wieder mit all dem Glamour und Staraufgebot zurückkommen, für das es berühmt ist. Am Donnerstag gaben der künstlerische Leiter Thierry Frémaux und Festivalpräsident Pierre Lescure 24 Filme für den Hauptwettbewerb bekannt. Darunter sind die neuen Werke bekannter Namen wie Francois Ozon ("Tout S'est Bien Passé"), Apichatpong Weerasethakul ("Memoria"), Nanni Moretti ("Tre Piani") und Sean Penn ("Flag Day"). 

Zwei österreichische Regisseure sind mit ihren neuen Filmen in der Reihe „Un Certain Regard“ vertreten. Es handelt sich um „Große Freiheit“ von Sebastian Meise und „Moneyboys“ von C.B. Yi. Laut Aussendung der Austrian Film Commission sind zudem zwei weitere Filmprojekte, die sich noch in Postproduktion bzw. Entwicklung befinden, in Cannes präsent: Lukas Valenta Rinners Projekt „Landscapes of Fear“ im Atelier der Cinéfondation, die Plattform Frontières des Marché du Film hat „Rubikon“, das kurz vor Fertigstellung befindliche Spielfilmdebüt von Magdalena Lauritsch in sein Buyers Showcase eingeladen.

Produktionsstau

„Wir haben ein paar Lockdown-Filme gesehen, aber nicht viele“, resümierte Frémaux die durch die Corona-bedingte Verschiebung und den Produktionsstau in vielen Ländern ungewöhnlich lange und intensive Sichtungs-Periode. „Annette“ von Leos Carax ist der Eröffnungsfilm, 24 Filme stellen sich dem Urteil der von Spike Lee angeführten Jury, die am 17. Juli die Preise vergeben wird. Sieben Wettbewerbsfilme kommen aus Frankreich, drei aus den USA.

Vier Wettbewerbsfilme stammen von Frauen. Dazu gehört „De son vivant“ (etwa: Zu seinen Lebzeiten) der französischen Regisseurin Emmanuelle Bercot, in der Catherine Deneuve die Mutter eines krebskranken Sohnes spielt. Die Dreharbeiten mussten unterbrochen werden, weil Deneuve einen leichten Schlaganfall erlitt. Inzwischen ist die 77-Jährige aber wieder wohlauf. Sechs Filme, darunter „The Velvet Underground“ von Todd Haynes, werden außer Konkurrenz gezeigt. In der neuen Schiene „Cannes Premiere“ werden Arbeiten von u.a. Mathieu Amalric, Charlotte Gainsbourg und Kornél Mundruczo zu sehen sein.

Österreichische Beiträge

In der renommierten Reihe „Un Certain Regard“ sind auch zwei heimische (Ko-)Produktionen zu finden. „Große Freiheit“ des 1976 in Kitzbühel geborenen Regisseurs Sebastian Meise ist eine paritätisch österreichisch-deutsche Produktion von FreibeuterFilm und Rohfilm Productions. „Nach einer langen Reise von der ersten Idee über die Herausforderungen der Pandemie, ist es der beste Ort um Sebastian Meises kraftvollen Film über Liebe und Sehnsucht nach Freiheit vorzustellen“, freuten sich die Produzenten Sabine Moser, Oliver Neumann und Benny Drechsel in einer Aussendung. „Im repressiven Nachkriegsdeutschland wird Hans (Franz Rogowski) wegen seiner Homosexualität immer wieder eingesperrt. Der berüchtigte Paragraph 175 macht all seine Hoffnungen auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er auf Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder“, heißt es über den Plot. „Aus gegenseitiger Abscheu entsteht ausgerechnet mit ihm über die Jahre eine Liebe.“

„Moneyboys“ ist das Langfilmdebüt des Regisseurs C.B. Yi, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Österreichische Produzentinnen des von KGP Filmproduktion mit Frankreich, Taiwan und Belgien koproduzierten Film sind Barbara Pichler und Gabriele Kranzelbinder. Zur Synopsis heißt es: „Fei arbeitet als 'Moneyboy', was ihm eine Menge Geld einbringt, da Prostitution in seinem Heimatland illegal ist. Es gibt ihm eine Möglichkeit, seine Familie finanziell zu unterstützen. Der erfahrene Moneyboy Xiaolai nimmt Fei unter seine Fittiche.“

Nach dem Ausfall des Festivals im Vorjahr freut man sich in Cannes sehr darauf, wieder internationale Gäste aus der Filmwelt begrüßen zu können. Die Anti-Corona-Maßnahmen werden freilich weiter strikt bleiben - und auch innige Umarmungen und Küsse auf dem Roten Teppich würden heuer wohl unterbleiben müssen, warnte der Festivaldirektor.

Cannes: Alle Filme des Hauptbewerbs

  • „Tout S'est Bien Passé“ von François Ozon
  • „A Hero“ von Asghar Farhadi
  • „Tre Piani“ von Nanni Moretti
  • „Titane“ von Julia Ducournau
  • „The French Dispatch“ von Wes Anderson
  • „Red Rocket“ von Sean Baker
  • „Petrov's Flu“ von Kirill Serebrennikov
  • „Paris 13th District“ von Jacques Audiard
  • „France“ von Bruno Dumont
  • „Nitram“ von Justin Kurzel
  • „Memoria“ von Apichatpong Weerasethakul
  • „Lingui“ von Mahamat-Saleh Haroun
  • „La Fracture“ von Catherine Corsini
  • „The Restless“ von Joachim Lafosse
  • „The Worst Person In The World“ von Joachim Trier
  • „Benedetta“ von Paul Verhoeven
  • „Bergman Island“ von Mia Hansen-Love
  • „Drive My Car“ von Ryusuke Hamaguchi
  • „Flag Day“ von Sean Penn
  • „Ahed's Knee“ von Nadav Lapid
  • „Casablanca Beats“ von Nabil Ayouch
  • „Compartment No. 6“ von Juho Kuosmanen
  • „The Story Of My Wife“ von Ildiko Enyedi
  • „Annette“ von Leos Carax
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