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Kultur
11/22/2021

Dexter riecht neues Blut

Der freundliche Serienmörder geht auf Sky wieder an die Arbeit: „Dexter: New Blood“ bringt zehn Folgen mit Michael C. Hall

von Guido Tartarotti

Es beginnt mit „The Passenger“ von Iggy Pop. Dexter Morgan, gespielt vom großartigen Michael C. Hall, um zehn Jahre gealtert und deutlich dunkelhaariger (die Sonne von Miami fehlt), läuft in Latzhosen durch den Schnee. Er zielt mit dem Gewehr auf einen weißen Hirschen, schießt aber nicht. Dann kehrt er zurück in sein Blockhaus, hackt Holz, macht Feuer, füttert die Ziegen.

Es ist die Art von Idylle, bei der man als geübter Serienseher sofort weiß: Sie wird nicht von Dauer sein.

2013 endete die Serie um den sympathischen, höflichen Serienkiller Dexter Morgan, der nur die Bösen tötet, nach acht Staffeln in einem Inferno: Ein Hurrikan verschlingt Dexters Vergangenheit mit all ihren Spuren. Seine Freundin setzt sich mit seinem Sohn nach Südamerika ab, er selbst verschwindet irgendwo in den verschneiten Wäldern des Nordens.

Jimbo

Die Fortsetzung „Dexter: New Blood“ – jeden Montag erscheint eine neue Folge auf Sky – zeigt Dexter als dauerfrierenden Kleinstadtspießer James Lindsay, als trockenen Alkoholiker des Tötens: Er arbeitet als Verkäufer in einem Jagdgeschäft. Seine Freundin ist die örtliche Polizeichefin, mit der er sich untertags zu einem Quickie im Auto und am Abend zum Linedance trifft. Von seinen Mitbürgern lässt er sich ungestraft „Jimbo“ nennen, und der Geist seiner toten Stiefschwester Debra (wieder großartig verknöchert: Jennifer Carpenter) hilft ihm dabei, seinen Drang zum Töten zu unterdrücken.

Unheil kündigt sich schon an, als Dexter für den örtlichen Fleischhauer ein Beil schleift und sich dabei hungrig die Lippen leckt. Die uniformierte Freundin – Indianerin und alleinerziehende Mutter – ist irritiert, weil immer wieder junge Frauen spurlos verschwinden. Ein Öl-Millionär gerät in Konflikt mit Umweltschützern. Und dann taucht ein bemerkenswert widerlicher Ungustl in Dexters Geschäft auf und begehrt, das größte Schießgewehr des Ladens zu kaufen.

Als zu allem Überdruss auch noch Dexters halbwüchsiger Sohn Harrison im Ort erscheint und seinen Vater sucht, ist klar: Dexter wird seine Abstinenz nicht mehr lange durchhalten. Schließlich liegt der weiße Hirsch blutend im Schnee, und schon greift Dexter wieder zu Messer und Plastikfolie, um seiner eigentlichen Berufung nachzugehen.

Vergangenheit

Dexters Deckname James Lindsay ist auch der Name des Autors der „Dexter“-Romane. Und auch sonst ist die neue Staffel voller Anspielungen auf die Vergangenheit. Dass sich bei Dexter, abgesehen von den Außentemperaturen, wenig geändert hat, wird die Fans der Serie nicht stören. Ja, die neuen Folgen sehen nicht so aus, als schrieben wir das Jahr 2021 – nur eine Klimawandel-Demo verweist Richtung Gegenwart. Im Mittelpunkt steht immer noch ein Mann mit problematischen Verhaltensweisen – anders wäre es auch schwer möglich.

Aber die Polizeichefin Angela Bishop – großartig gespielt von Julia Jones, die etwa  bereits im Film „Wind River“ glänzte, hat das Zeug zur großen Gegenspielerin. Der Hauptkonflikt der neuen Staffel ist ohnehin klar: Bishop wird ihrem eigenen Freund auf die Spur kommen – und er beim Verwischen derselben in Loyalitätskonflikte geraten.

Lehrling

Wie geht es weiter? Ist der Öl-Millionär der neue Oberschurke? Warum schaut die Tochter der Polizeichefin gar so auffällig unschuldig drein? Was ist mit dem Mann mit der penisförmigen Narbe im Gesicht? Wird Harrison Dexters neuer Fleischhauerlehrling?

Bleiben Sie dran. Jeden Montag um 21.15 Uhr auf Sky Atlantic, abrufbar über Sky X und Sky Q. Die Produzenten haben bereits ein besonders dramatisches Finale angekündigt. Aber tun sie das nicht immer?

 

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