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Beim Dreh von „Der von oben“: Die Leiche am Dachboden

In Wien wurde soeben die Komödie „Der von oben“ mit Robert Stadlober, Stefanie Reinsperger und Emily Cox abgedreht.
Fünf Personen stehen in einem engen Treppenaufgang und blicken nach oben, eine hält eine Filmklappe.

Es gibt so einiges, auf das man während einer Hitzewelle gut verzichten könnte – eines der unglücklichsten Lose traf wohl Robert Stadlober, den Protagonisten von „Der von oben“. Denn am Hauptschauplatz des Films, einem Dachboden, sollen während des Drehs tropische 50 Grad geherrscht haben – und mittendrin: Stadlober in der Rolle des Paul.

Einen wortwörtlich kühlen Kopf musste auch das restliche Ensemble der kürzlich abgedrehten Komödie behalten. „Bei diesen Umständen, bei dieser Hitze, das durchzustehen und trotzdem konzentriert zu bleiben – das ist eigentlich das größte Danke, das man aussprechen kann“, würdigt Regisseur Christopher Schier, der u. a. bereits „Der Pass“ und „Tatort“ gedreht hat, die Bemühungen des Filmteams.

Ein Mann mit grauem Haar schüttelt nachts einen Teppich über einem Metallgeländer aus, während im Hintergrund ein Auto mit geöffnetem Kofferraum steht.

Wird Robert Stadlober als Paul es schaffen, die Leiche verschwinden zu lassen? 

Eine verzwickte Lage

Zur Abwechslung taucht beim Setbesuch des KURIER ein bewölkter Himmel den 70er-Jahre-Bau im 13. Gemeindebezirk Wiens in kühle Farben. An der Hauswand ist ein Metallgestell aufgebaut, das direkt zu jener kleinen Kammer unterm Dach, in der Protagonist Paul haust, führt. Gezwungenermaßen lebt dieser am Dachboden seiner Ex-Frau Elke, für die er nach wie vor Gefühle hegt. Dass ihr neuer Freund Gerd, gespielt von Jonas Nay, eigentlich ein lieber Kerl ist und nun auch noch einziehen soll, geht Paul gewaltig gegen den Strich. Die Sache gerät aus dem Ruder, als Gerd zu allem Überdruss auch noch am Dachboden verunglücken muss. Schnell wird Paul klar: Er muss die Leiche loswerden, und zwar bevor er verdächtigt wird.

Blöd nur, dass seine Ex-Schwägerin, verkörpert von Stefanie Reinsperger, als Polizistin arbeitet und ihn schon länger im Visier hatte. Als „angespannt’’ beschreibt die Schauspielerin, die u. a. auch als Kommissarin im „Tatort“ zu sehen war, die Beziehung zwischen Paul und ihr. Nicht zum ersten Mal steht Reinsperger also auf der Seite des Gesetzes: „Mir wird die Mörderin nicht so oft angeboten. Aber ich bin sehr offen dafür. Ich muss nicht immer die sein, die die Bösen fängt“, so die Burg-Schauspielerin.

Ob Pauls Geschichte ein gutes Ende nimmt, wird ab 2027 auf ORF 1 und auf ORF ON zu sehen sein.

Bärtiger Mann mit Kopfhörern bedient eine Filmkamera im Freien, umgeben von Crewmitgliedern.

Regisseur Christopher Schier (rechts) fühlt sich in schwarzen Komödien besonders wohl.

Ungezwungene Harmonie

Am Set scheint jedenfalls lockere Stimmung zu herrschen. Zu dieser ungezwungenen Harmonie trägt offensichtlich bei, dass so manch bekannte Gesichter aufeinandertreffen. Die Komödie – zumindest an diesem Drehtag spürbar – spielt sich nicht nur zwischen den Zeilen des von Peter Bruck verfassten Drehbuchs ab. Das bestätigt auch Emily Cox, die Pauls Ex-Frau Elke spielt. Die österreichische Schauspielerin mit britisch-irischen Wurzeln, bekannt aus internationalen Produktionen wie „The Last Kingdom“ und „Achtsam morden“, erzählt mit einem vielsagenden Grinsen auf den Lippen: „Das Buch ist sehr lustig und es hat sich auch in die Arbeit mitübertragen.“

So manche mögen glauben, ein spannender Krimi sei schwieriger zu spielen als eine unterhaltsame Komödie. Ein Trugschluss wie Emily Cox bestätigt: „Es liegt am Timing. Wir reden oft über den Rhythmus der Szene und wie der gebaut sein muss, damit es funktioniert.“ Auch beim Schreiben des Drehbuchs gibt es so einige Herausforderungen: „Humor ist wesentlich komplizierter als einen Krimi zu machen. Menschen haben vor ähnlichen Dingen Angst. Leute finden nicht alle dasselbe lustig. Und da liegt eigentlich der größte Unterschied“, schildert Regisseur Schier, der meint, dass er sich in schwarzen Komödien wie dieser aber besonders wohlfühle.

Weichere Männlichkeit

Die Idee zu „Der von oben“ kam Regisseur Schier während der Corona-Pandemie, die jedes Pärchen – obgleich frisch verliebt oder seit Jahrzehnte ein eingespieltes Team – auf so manch harte Proben stellte. Schier: „Ich hab’ mir gedacht, wie schlimm es ist, wenn man miteinander in einem Haus wohnt, obwohl man getrennt ist. Wie geht man dann miteinander um?“ Dass das gar nicht so leicht sei, findet auch Stadlober: „Paul ist hilflos sehnsüchtig. Er liebt Elke, glaube ich, wirklich. Und sie schafft es irgendwie nicht ihn rauszuschmeißen.“

Paul sei auf jeden Fall „kein typischer Mann“, so Stadlober, der eben erst den Österreichischen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle in „Vier minus drei“ gewann. Reflektiert spricht er über seine letzten Verkörperungen: „Ich glaube, was sich so ein bisserl durch meine Rollen in letzter Zeit zieht, ist der Versuch, eine andere Form von Männlichkeit zu erzählen. Das ist vielleicht das, was die letzten drei, vier, fünf Rollen von mir verbindet: die Sehnsucht nach einer weicheren Form von Männlichkeit als Erzählung im Fernsehen.“

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