Der junge Nitsch: Wachs- und Blutbilder

Das Hermann Nitsch Museum zeigt eine umfassende Retrospektive der frühen Werke des Phänomens Nitsch aus der Sicht eines Privatsammlers.

Er ist umstritten wie kaum ein anderer österreichischer Maler und gleichzeitig einer der berühmtesten Künstler des Landes: Hermann Nitsch. Der für seinen Aktionismus bekannte Nitsch hat mittlerweile ein vielseitiges Werk geschaffen, das immer noch von Kontroversen begleitet wird. 

Seinem frühen Werk widmet sich die aktuelle Ausstellung im Hermann Nitsch Museum. 

Die Bilder des jungen Hermann Nitsch ... Christian Graf Dürckheim beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Gesamtkunstwert des Universalkünstlers. Unter dem Titel "Hermann Nitsch - Das Frühe Werk, die Essenz der Duerckheim Collection" wird nun das zwischen 1957 und 1980 entstandene frühe Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im Bild: Hermann Nitsch, Aktionsrelikt. Die Ausstellung gibt einen außergewöhnlichen Einblick in den Werkkosmos des Gesamtkünstlers ... ... aus der Perspektive eines Privatsammlers, der sich seit mehr als fünfunddreißig Jahren mit dem Phänomen Hermann Nitsch auseinandersetzt.

Im Bild: Hermann Nitsch, Oedipus Christus 1987 (Buntstift). Das Hermann Nitsch Museum ist bestrebt, das Phänomen Nitsch anhand aller Aspekte seines Schaffensauszuleuchten. Die präsentierten Frühwerke stellen eine wichtige Station auf diesem Weg dar. 

Im Bild: Hermann Nitsch, Studie zu Oedipus Christus. Eine fünfteilige Rieseninstallation des Meisterwerks "Das letzte Abendmahl" (im Bild) ist ein Konzentrationspunkt der Duerckheim Collection: die frühe Zeichnung.

Im Bild: Hermann Nitsch, Das letzte Abendmahl. Elementarer Bestandteil jeder Nitsch-Schau sind seine Schüttbilder. Die gezeigten Meisterwerke sind Dokumente seines Einstiegs in den Aktionismus. Das Verschütten von Farbe wird zum Grundritual jeder Malaktion.

Im Bild: Hermann Nitsch, Sehr frühes Wachsbild, rot und rosa. Für Hermann Nitsch steht die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Farbe im Mittelpunkt. Wegen ihres symbolischen Gehalts kam lange Zeit ausschließlich die Farbe Rot zum Einsatz. Später führte der Künstler alle Farben des Spektrums in die Bildgestaltung ein.  

Im Bild: Hermann Nitsch, Kreuzwegstation mit Malhemd, 27. Malaktion Prinzendorf, 1987. Mit dem Orgien-Mysterien-Theater hat Hermann Nitsch ab 1958 seine Vorstellung eines Gesamtkunstwerks verwirklicht. Auf der Grundlage griechischer Mysterienfeste verknüpft er die Malerei mit Architektur und Musik. Das Ziel ist eine Katharsis, also Reinigung, die zum Erkennen des eigenen Selbst führen soll. Diese ästhetische Grundhaltung zieht sich durch das gesamte Werk von Hermann Nitsch. 

Im Bild: Hermann Nitsch, Kreuzwegfries. Bis in die 1980er Jahre widmet sich der Aktionist ausschließlich der Verwirklichung seiner Idee des Orgien-Mysterien-Theaters und beginnt erst Mitte des letzten Jahrzehnts wieder mit der Fertigung autonomer Malerei.

Im Bild: Hermann Nitsch, Oben: Malaktion, Prinzendorf, 1986. Unten: Malaktion für die Biennale Sydney, 1988 Der "Grazer Raum" ist quasi das Bindeglied von den Malaktionen zum Orgien-Mysterien-Theater. In einem kapellenartigen Raum wird vor allem der Intimität und der essenziellen Konzentration aus einer neuen Perspektive Rechnung getragen. Beides sind wichtige Grundpfeiler in der Werkentwicklung von Hermann Nitsch.

Im Bild: Hermann Nitsch, 22. Malaktion Graz, Kapelleninstallation, 1987. Der oft als Pendant zur legendären 20. Malaktion Wiener Sezession genannte "Grazer Raum" entstand als 22. Malaktion am 22. Juli 1987 in Graz und wurde kurz darauf Teil der Duerckheim Collection. "Konzentration" ist auch das Leitwort, an dem sich der Aufbau dieser einmaligen Werkschau orientiert.

Im Bild: Hermann Nitsch, 22. Malaktion Graz, Öl und Blut auf Jute, 1987. Hermann Nitsch, geboren 1938 in Wien, ist ein bedeutender Vertreter des Wiener Aktionismus. Das Hermann Nitsch Museum im Museumszentrum Mistelbach würdigt seit 2007 das seit fünf Jahrzehnten andauernde künstlerische Schaffen des Aktionskünstlers. "Meine Arbeit soll eine Schule des Lebens, der Wahrnehmung und der Empfindung sein", so Hermann Nitsch über sein Werk. Hermann Nitsch - Das frühe Werk
Die Essenz der Duerckheim Collection
22. Mai bis 15. April
Hermann Nitsch Museum im Museumszentrum Mistelbach

Öffnungszeiten:
Di - So 10 - 17 Uhr

Für weitere Informationen siehe Link unten

Im Bild: Hermann Nitsch, Das letzte Abendmahl - Installation Teilansicht.
(KURIER.at) Erstellt am
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