In „Deix-Figuren“ lebt er weiter: Vor 10 Jahren starb Manfred Deix
Vor zehn Jahren starb der Zeichner und Karikaturist Manfred Deix im Alter von 67 Jahren. Seine satirischen Spiegelbilder der österreichischen Bevölkerung leben jedoch bis heute weiter und schafften es als „Deix-Figuren“ gar in den alltäglichen Sprachgebrauch und in den Duden. KURIER-Karikaturist Michael Pammesberger schrieb 2016 in seiner Würdigung: „Geblieben sind seine Figuren. Heute früh in der U-Bahn hab ich mindestens 4 gesehen.“
Der unbestechliche Blick in die Untiefen der rot-weiß-roten Seele scheint zeitlos. Unvergessen bleibt sein Werk auch dank der Dauerausstellung im Karikaturmuseum Krems.
Comics in der Kirchenzeitung
Geboren wurde Manfred Deix am 22. Februar 1949 in St. Pölten. Bereits als Kind zeichnete er gerne und viel, schon als Elfjähriger durfte er sich über einen wöchentlichen Comic-Strip in der Niederösterreichischen Kirchenzeitung freuen. Die fachliche Kompetenz erwarb er sich ab 1965 an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, wo er etwa auf den späteren Roncalli-Gründer Bernhard Paul sowie die Maler Josef Bramer und Gottfried Helnwein traf. 1968 inskribierte er an der Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz.
Gezeichnete Zeitkommentare
Erste Veröffentlichungen seiner markanten Zeichnungen gab es ab 1972 in Magazinen wie profil, trend, später auch im Stern, Spiegel, pardon und anderen. Seine gezeichneten und gemalten Zeitkommentare und Titelblätter machten ihn beim breiten Publikum populär, seine Verspätungen bei Abgabeterminen bei den Herausgebern berüchtigt. Vor allem aber galt es ihm, die Untiefen der österreichischen Seele in all ihren Facetten auszuloten. Dabei interessierte er sich immer wieder auch besonders für die Bereiche unter der Gürtellinie. „Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen“, hatte er sich einmal verteidigt.
Sein erster Sammelband unter dem schlichten Titel „Cartoons“ erschien 1980 in Buchform. Es folgten u.a. „Der dicke Deix“, „Der goldene Deix“ „Dichter Deix“, „Der heilige Deix“ und „Für immer Deix!“ - fast alles Bestseller. Sein letztes und insgesamt 18. Buch hieß „Tierwelt. Katzen & Co“ - denn seine innige Leidenschaft für Katzen fand ebenso immer wieder zeichnerischen Ausdruck wie seine Verehrung der US-Band Beach Boys.
Galerie: Karikaturen des großen Manfred Deix
Auch als Ausstatter aktiv
Mit Bühnenausstattungen oder Kostümen - darunter Produktionen wie „Arturo Ui“ am Burgtheater und „Kehraus um St. Stephan“ an der Staatsoper - war Deix auch an den Bühnen vertreten, und nach einigen populären Ausstellungen wurde ihm im Karikaturmuseum Krems eine eigene, umfangreiche Dauerausstellung gewidmet. Die Fertigstellung des Animationsfilms „Rotzbub“ über sein Leben erlebte der vielfach ausgezeichnete Künstler nicht mehr: Der Streifen von Marcus H. Rosenmüller kam schließlich 2022 in die Kinos.
Deix war auch vielfach dekoriert, so erhielt er etwa 1988 den Nestroy-Ring der Stadt Wien, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien 2005 und 2009 den Berufstitel „Professor“.
Trotz seiner unbotmäßigen Kunst und dem nicht immer angenehmen Spiegel, den er den Österreichern vorhielt, war Manfred Deix weithin beliebt und geschätzt. Vielleicht auch wegen seiner Eigenschaften, die Michael Pammesberger so beschrieb: „Deix war immer beides: politisch UND unanständig. Gscheit UND schweinisch. Gleichzeitig!“
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