„Das ist das wahre Theater“: Aus dem Nichts entstehen Zauberwelten

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Thorleifur Örn Arnarsson erzählt „Peer Gynt“ grandios reduziert im Kasino Schwarzenbergplatz: Nicht nur Mavie Hörbiger begeistert

Fast scheint es, als wolle man im Burgtheater dem einstigen Direktor am Zeug flicken: Vor einem Monat präsentierte Frank Castorf seinen Gegenentwurf zu Thomas Bernhards „Heldenplatz“, mit dem Claus Peymann 1988 triumphiert hatte. Und nun, am Freitag, kam im Kasino Schwarzenbergplatz „Peer Gynt“ heraus – genau 30 Jahre nach Peymanns Inszenierung.

Die Zugänge könnten nicht unterschiedlicher sein: Peymann, der Henrik Ibsen gerecht werden wollte, setzte das dramatische Gedicht mit einem Riesenensemble in aufwendigen Bühnenbildern von Achim Freyer um – und brauchte für das Stationendrama, das deutliche Parallelen zu „Faust“ und „Jedermann“ aufweist, fünf Stunden. Thorleifur Örn Arnarsson hingegen erzählt die turbulente Lebensgeschichte des sympathischen Tunichtguts Peer Gynt mit nur sechs Akteuren in 110 Minuten.

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