Kultur
10.03.2018

CDs der Woche

Young Fathers, Holly Miranda, Awolnation, George Fitzgerald - vier CDs, die man jetzt hören sollte.

HIP-HOP/SOUL/ROCK
COCOA SUGAR
YOUNG FATHERS

Soul, Rock, Elektronik, Hip-Hop werden von den drei Schotten so zwingend kombiniert, dass sie praktisch ein neues Genre erfunden haben. Grandiose CD, vom treibenden „In My View“ mit seinen anfangs so verstörend leiernden Synthies übers experimentelle „Wow“, den elektronisch zerfetzten Gospel von „Lord“, bis zum E-Funk von „Border Girl“, dem himmlischen „Picking You“ und dem atemlos fritzeligen "Toy", dessen Refrain dann ganz plötzlich an den "King Of Rock'n'Roll" erinnert. Eine der zurzeit spannendsten Bands der Welt. Auch was ihre Videos betrifft... (Ninja)

ROCK
HERE COME THE RUNTS
AWOLNATION

Wenn man mit einem Monster-Hit wie „Sail“ berühmt wird, steht man vor der heiklen Frage: Will man denselben Song für den Rest seines Lebens immer wieder aufnehmen und so zum Superstar werden? Der kalifornische Hippie Aaron Bruno sagt nein – zum Glück. Denn so beschert er uns Ohrwurm-Rocker wie „Handyman“, zarten Folk („Dogs“), Surfpunk („Cannonball“) UND abgefahrene Electronics. ( Sony)

FOLK/ROCK
MUTUAL HORSE
HOLLY MIRANDA

Die US-Songwriterin schöpft in allen Beziehungen aus dem Vollen: Soundmäßig ist von Wanderklampfe über Rockband, Electronics bis zum Orchester alles dabei – und emotional auch. Das großartige „Whereever“ steigt hoch wie ein Mustang, „Loved“ ist trotz Drumcomputer so verletzlich, wie’s nur geht (aufdieser Live-Aufnahmefehlt der DC übrigens) und „Exquisite“ (mitKyp Malone) unglaublich melancholisch – und unglaublich schön. (Dangerbird)

ELECTRONIC
ALL THAT MUST BE
GEORGE FITZGERALD

Ein charmantes Electronic-Album zwischen Old-School-Chill („Two Moons“) und melancholischen Club-Bangern wie „ Burns“, die so europäisch klingen, dass sie ein wenig an Herrn Kalkbrenner erinnern. Weitere Highlights sind die Kooperationen mit Lil Silva („Roll Back“),Bonobo und TraceyEverything But The Girl Thorn („Half Light“). (Domino)