Kultur
05.12.2011

CD der Woche: Groß, größer, Rubinstein

Für viele war Arthur Rubinstein (1887-1982) der vielleicht größte Pianist aller Zeiten. Sony Classical veröffentlicht eine Rubinstein-Collection, die alle Maßstäbe sprengt.

Die Eintragung ins Guiness-Buch der Rekorde ist bereits geschafft. Denn noch nie hat es eine größere und umfangreichere CD-Collection für einen einzelnen Künstler gegeben . 144 CDs, zwei DVDs und ein 164-seitiges Hardcover-Buch mit Rubinsteins kompletter Diskografie in alphabetischer und chronologischer Reihenfolge - viel mehr geht nicht.

Und viel besser kann man das Genie Arthur Rubinstein nicht präsentieren. Denn bei dieser Edition werden selbst Rubinstein-Verehrer noch einige Neuigkeiten entdecken.

Fakten

Aber der Reihe nach. Diese Collection enthält sämtliche Aufnahmen, die der legendäre Pianist für das Label RCA Red Seal in den Jahren 1940 bis 1976 eingespielt hat. Das schließt Mono- und Stereo-Aufnahmen ein. Auch sind in der Edition die Aufnahmen enthalten, die Arthur Rubinstein zwischen 1928 und 1939 sowie im Jahr 1947 für das britische Label His Master's Voice (HMV) in England einspielte und die in den Vereinigten Staaten durch RCA Victor unter dem Red-Seal-Label vertrieben wurden.

Auch die Aufnahme des Klavierkonzerts Nr. 2 von Brahms mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra vom April 1976 für die englische DECCA ist zu hören. Nicht minder sensationell: Die Live-Aufnahmen (drei CDs) von Rubinsteins legendärem Konzert-Zyklus in der New Yorker Carnegie Hall aus dem Jahr 1962. Diese Einspielungen waren teils noch nie auf Tonträger erhältlich.

Vom ganz jungen Rubinstein bis zum großen Meister des Klavierspiels - die künstlerische Entwicklung dieses Giganten lässt sich perfekt nachvollziehen. Auch anhand der Werke, von denen es mitunter mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Jahren (und mit unterschiedlichen Partnern) gibt. Unmöglich, hier alles aufzulisten. Hervorzuheben ist aber sicher Rubinsteins intensive Beschäftigung mit Chopin, ein Komponist, der den Pianisten sein Leben lang begleitet hat. Etliche Musikfreunde halten Rubinstein bis dato für den besten Chopin-Interpreten überhaupt. Nach dem Anhören seiner Chopin-Deutungen, ist das allzu verständlich.

Fotos

Dazu gibt es in Buchform einen Einführungstext von Rubinstein-Biograf Harvey Sachs, eine Erläuterung zu den erwähnten Carnegie-Hall-Konzerten 1961, ein Vorwort von John Rubinstein, eine technische Einführung in die Edition und zahlreiche Fotografien von Eva Rubinstein, der Tochter des Pianisten. Auf den DVDs ist die Dokumentation "Rubinstein Remembered" und das Benefizkonzert für Israel aus dem Jahr 1975 zu sehen. Besser und ausgiebiger kann man Rubinstein nicht würdigen. Ein Meilenstein.

KURIER-Wertung: ***** von *****