Café Entropy: Fotografie trifft Literatur

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Foto: Alain Barbero

Das Fotografie und Literatur kombinierende Projekt "Café Entropy" ist nun in einer Wanderausstellung zu sehen.

Wähle ein Café und ich sage dir, wer du bist", so oder so ähnlich lautet das Credo des Pariser Fotografen Alain Barbero. Auf seinen Arbeiten porträtiert er Menschen, die es sich in einem Wiener Kaffeehaus gemütlich gemacht haben. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind immer auch eine Momentaufnahme der Umgebung, der aktuellen Stimmung, in der sich der Kaffeehausbesucher gerade befindet. Das eröffnet natürlich Raum für die Fantasie der Betrachter. Eine Version dieser möglichen Fantasien sind die Kurztexte von Barbara Rieger, die die Fotos von Barbero begleiten und auch ins Französische übersetzt wurden. Diese Kombination aus Kaffeehauskultur, poetischen Notizen und Fotografie findet seit geraumer Zeit unter dem Titel "Café Entropy" als Blog im Internet statt.

Nun werden die Bilder und die Texte bei einer Wanderausstellung in verschiedenen Kaffeehäusern Wiens gezeigt.  Aktuell sind die Bilder im Café Jelinek (Otto-Bauer-Gasse 5) zu sehen.

Sieben Fragen an den Fotografen Alain Barbero

Alle Fotos: Alain Barberos. Die Wanderausstellung ist aktuell im Café Jelinek zu sehen. Mehr Infos zum Projekt Café Entropy können Sie an dieser Stelle nachlesen.

Erzählen Sie in maximal fünf Sätzen etwas über sich.
Paris ist meine Stadt, die Stadt, in der ich (fast) immer gelebt habe. Eine Stadt, die ich mit dem Fahrrad erkunde und wo ich jederzeit einen Film in einem der vielen Kinos sehen kann, ob von Fritz Lang, Godard oder Carax. Neun Monate in Wien waren genug Zeit, um mich in diese Stadt und ihre Kaffeehäuser zu verlieben. Hier habe ich auch meine Leidenschaft für Fotografie wiedererlangt. In Paris begann alles analog, in Wien blühte alles digital wieder auf. Meine Sprache kennt keine Grenzen. Sie besteht aus Schwarz und Weiß, Licht und Schatten.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Foto erinnern?
Im Jahr 1987 während eines Seesturms in Biarritz, an der südfranzösischen Atlantikküste. Es war wie ein altes Gemälde, das Meer war in Aufruhr, die Schiffe tanzten. Es war nicht der Sturm, sondern die Stimmung, die der Sturm in mir erzeugte, die ich festhalten wollte. Die Fotografie war nicht mehr ein Hobby, sondern eine Leidenschaft.

Welche Motive fotografieren Sie gerne?
Der Blick, der in eine theatralische Schwarz-Weiß-Stimmung gehüllt ist.

Analog oder digital?
Am Anfang analog, weil ich meine Hände unter dem Vergrößerungsapparat tanzen lassen wollte. Heute digital. Durch die digitale Bildbearbeitung will ich ähnliche Effekte erzeugen wie mit analoger Schwarz-Weiß-Fotografie.

Lieblingskamera?
Früher (analog) arbeitete ich mit einer Nikon F1, heute (digital) verwende ich eine Nikon D700. Mein Traumkamera: die Leica M9.

Welche fotografische Ausrüstung haben Sie normalerweise in Ihrer Tasche?
iPhone 4. Immer bereit und mit Instagram verbunden.

Was macht für Sie ein gutes Foto aus?
Ein Foto das verwirrt, ist für mich ein gutes Foto. Die Fotografie ist nicht eine Beschreibung, sondern viel mehr die Heraufbeschwörung von etwas.

Welche Fotografen haben Ihre Arbeit beeinflusst?
George Hoyningen-Huene, Horst P. Horst, Willy Ronis, Jeanloup Sieff und Dominique Issermann.

(Kurier / mawe) Erstellt am
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