Bushido.

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Kultur
11/26/2021

Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Ziemlich schlechteste Freunde

In der Dokuserie „Unzensiert“ geht’s um „Bushido’s Wahrheit“.

von Marco Weise

Die permanente Bedrohungslage sei keine schöne Sache, aber wir versuchen einfach, unser Leben weiterzuführen, sagt Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, und gibt sich gelassen. So richtig glauben kann und will man das dem Rapper aus Berlin aber nicht, denn seit Jahren gehen Polizisten in seinem Haus ein und aus. Seine Frau Anna-Maria, mit der der 40-jährige Musiker mittlerweile sieben (!) gemeinsame Kinder hat, genießt nämlich seit mehr als drei Jahren Personenschutz. Aber warum eigentlich? „Was ist passiert?“, fragt sich Bushido selbst zu Beginn der sechsteiligen Doku, die ab heute, Freitag, auf Amazon Prime Video abrufbar ist. Hier eine Kurzfassung der Problemstellung: Seit Bushido 2017 die langjährigen Geschäftsbeziehungen zu seinem Manager Arafat Abou-Chaker aufgelöst hat, gibt es einen heftigen Streit – samt Millionenklage und Drohungen. Dass Arafat eine der Führungsfiguren des gefürchteten Chaker-Clans ist, macht die Sache gefährlich. Wie gefährlich? „Ich bin zwar auch ein bisschen hängen geblieben“, gesteht Bushido, „aber der Typ ist das krankeste Arschloch, das mir je in meinem Leben untergekommen ist.“

 

Ziemlich beste Freunde werden die beiden Streithansel wohl keine mehr. Dieser Streit dominiert dann (leider) auch die Handlung der Doku, für die Familie Bushido zwischen 2018 und 2020 mit Kameras begleitet wurde. 

„Unzensiert – Bushidos Wahrheit“ gewährt hauptsächlich Einblicke in das Familienleben, den Alltag zwischen Couch, Shopping, Urlaub und Finanzamt. Aber will man Bushidos normales Leben abseits der Bühne, abseits der Promi-Scheinwelt überhaupt sehen? Will man sehen, wie sich der einst erfolgreiche Rapper, der immer wieder mit sexistischen Äußerungen und gewalttätig Texten aufgefallen ist, einen auf gutbürgerlich macht? Jein. Einerseits ist das zwar Sozialporno und nicht besser als so manche schlechte Dokusoap. Andererseits sind die sechs Folgen aber auch ein gutes Beispiel dafür, wie "weich" "harte" Rapper werden können, wenn es wirklich ernst wird.

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