"For Forest": Für das Burgtheater wird die Installation im Wörthersee Stadion wird zum Teutoburger Wald

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Theater
09/30/2019

Burgtheater: Wörthersee Stadion wird zum Teutoburger Wald

Am Dienstag, 1. Oktober, findet ab 20.30 Uhr bei freiem Eintritt eine Leseprobe von Kleists "Hermannsschlacht" statt.

von Thomas Trenkler

Genau zwanzig Jahre nach seinem Burgtheater­-Debüt mit Franz Grillparzers "Weh dem, der lügt!" inszeniert Martin Kušej zu Beginn seiner Direktion "Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist. Premiere ist am 28. November im Burgtheater.

Kušej inszeniert aber nicht nur das Stück, sondern auch den Auftakt der Probenarbeit: Am Dienstag findet ab 20.30 Uhr bei freiem Eintritt im Klagenfurter Wörthersee Stadion eine Leseprobe statt. Denn im Stadion steht derzeit unter dem Titel "For Forest" ein Wald. Und in der "Hermannsschlacht" geht es um ein geschichtsträchtiges Ereignis: die Schlacht im Teutoburger Wald“ im Jahr 16 n. Christus.

 

Im Jahr 1808, als Kleist sein Drama schrieb, brannte der Kontinent: Nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt brach der preußische Staat unter dem Ansturm von Napoleons Truppen zusammen. In der Ankündigung des Burgtheaters heißt es: "Kein Lichtstrahl, nirgends. Kleist schuf ein Werk, bestehend aus Hass. Um die Österreicher zu einer Allianz mit Preußen gegen Napoleon zu gewinnen, träumte Kleist von einer Uraufführung in Wien. Nach der Niederlage bei Wagram zerschlug sich dieser Wunsch nach politischer Einflussnahme. Hermann jedoch, Kleists unheimlicher Held, war geschaffen. Ein ganz neuer Führungstypus fand den Weg auf die Theaterbühne: Der Fürst der Cherusker, der den römischen Feind in die Tiefen des Teutoburger Walds lockt und vernichtend schlägt, um als Retter Germaniens gefeiert zu werden, ist ein Anti­-Humanist, der gegen jedes Menschenrecht verstößt." Und: "Hermann, der Konfliktstratege, schafft ein Klima, welches den Staat in einen permanenten Ausnahmezustand versetzt. Er versteht es, eine gemeinsame Aggression gegen den äußeren Feind zu schüren, um das Gefühl einer Nation zu schaffen."

Die Rolle des Cherusker-Fürsten Hermann übernimmt Markus Scheumann; jene der Gemahlin Thusnelda Bibiana Beglau.

 

Martin Kušej  feierte bereits einen seiner größten Erfolge mit einem Wald: Für Karl Schönherrs "Der Weibsteufel" schichtete Bühnenbildner Martin Zehetgruber Baumstämme kreuz und quer übereinander (nun wieder im Akademietheater zu sehen).