Die interimistische Direktorin des Burgtheaters, Karin Bergmann

© APA/ROLAND SCHLAGER

Burgtheater
03/29/2014

Bergmann sagt Hartmann-Inszenierung vorläufig ab

Matthias Hartmanns Stück "Der falsche Film" wird in dieser Spielzeit nicht mehr aufgeführt.

Matthias Hartmanns Stück "Der falsche Film" wird in dieser Spielzeit nicht am Wiener Burgtheater zur Uraufführung gelangen. Das gab die interimistische künstlerische Leiterin Karin Bergmann gegenüber den Salzburger Nachrichten (SN) und dem Standard bekannt. Sie sah sich demnach gezwungen, ihr Angebot an den Ex-Burgchef vorläufig zurückzuziehen.

Noch bei ihrem Amtsantritt hatte Bergmann ihren Vorgänger dazu eingeladen, seine "fast fertige" Inszenierung, deren Premiere für 6. April im Akademietheater angesetzt war, fortzuführen. Seit dem Pressegespräch von Hartmanns Anwälten, die dessen Entlassung als "unberechtigt und unwirksam" titulierten und hohe Gagen- und Abgeltungsforderungen stellten, gäbe es jedoch "wieder eine starke Unruhe im Haus", so Bergmann gegenüber den SN.

"Solange die juristische Klärung andauert, ist ein unbelastetes künstlerisches Arbeiten im Probenalltag des Hauses nicht vorstellbar, die Situation für die daran beteiligten Schauspieler und Schauspielerinnen nicht tragbar", wird die neue Direktorin in einer Vorabmeldung des Standard zitiert. Sie hoffe für die Zukunft weiter auf eine gute Lösung für das Projekt.

Forderungen

Kürzlich hat der Konflikt zwischen dem Burgtheater und seinem fristlos entlassenen Exdirektor Matthias Hartmann allerdings die nächste Eskalationsstufe erreicht: Die Anwälte HartmannsGeorg Schima und Katharina Körber-Risak – haben am Mittwoch Klage gegen die Entlassung bei Gericht eingebracht. Aus der Sicht der Anwälte ist die Entlassung formal wie inhaltlich zu Unrecht erfolgt, also nicht gültig, also Hartmann noch Burgdirektor, also als solcher zu bezahlen.

Die aktuellen Forderungen Hartmanns an die Burg betragen 147.801 Euro. Kommt es zu keiner Einigung, würden bis zum Ende seines ursprünglichen Vertrags Ende August 2019 knapp zwei Millionen (Intendantengehalt plus Gage für drei Inszenierungen pro Jahr) zusammenkommen, rechneten die Anwälte vor.

Ein Porträt von Karin Bergmann finden Sie auf freizeit.at.

TIPP: Am Sonntag, 30.3., wird Karin Bergmann als Studiogast im ORF-Parlamentsmagazin "Hohes Haus" zu den aktuellen Entwicklungen Stellung nehmen (12 Uhr, ORF 2). Zu Wort kommen in einem Sendungsbeitrag auch Beate Meinl-Reisinger, Obfrau desKulturausschusses im Parlament, und Christian Strasser, der Aufsichtsratsvorsitzende der Burgtheater GmbH.

Gras über die Sache wachsen lassen

Kein roter Teppich sondern ein grüner Rasen begrüßte die Zuschauer von Friedrich Hebbels "Maria Magdalena" am Donnerstagabend vor dem Burgtheater. Wie schon zehn Tage davor war es auch diesmal wieder der Künstler "donhofer", der mit einer Aktion auf die Burgtheater-Krise reagierte.

Mit seiner Intervention wolle er "Gras über den Burgtheater-Skandal wachsen" lassen, so der Künstler am Freitag in einer Aussendung. Nicht nur die Zuschauer, auch "die Verantwortlichen in der Bundestheater-Holding und in der Politik können sich zurücklehnen und den Grasbüscheln beim Wachsen zuhören", so "donhofer". Schließlich könne mit den "Bauernopfern Silvia Stantejsky und Matthias Hartmann, die man allein für den Finanzskandal verantwortlich macht, nun wieder Ruhe einkehren".

Die Aktion wurde seitens des Burgtheaters diesmal allerdings nicht sofort abgebrochen: Der Rasen war kurz vor der Vorstellung ausgerollt worden und blieb dort bisFreitagfrüh liegen, wie eine Sprecherin des Theaters gegenüber der APA sagte.

Bereits Mitte März konnten Passanten an der Ringstraße - allerdings nur für einige Minuten - anstelle der üblichen Stückankündigung vor dem Burgtheater lesen: "Wir sind noch einmal davon gekommen - von Bundestheater-Holding GmbH".

Das Finanzdrama im Burgtheater

Der KURIER lässt den Weg bis zur Entlassung Matthias Hartmanns Revue passieren – anhand ausgewählter Zitate:

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