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Literatur
07/09/2019

Büchner-Preis geht an Lukas Bärfuss

Der Schweizer Autor erhält die wichtigste Auszeichnung für Literatur im deutschsprachigen Raum

von Michael Huber

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss bekommt den Georg-Büchner-Preis 2019. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. 

„Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus“, heißt es in der Begründung der Jury. „Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens.“ Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.

Der 1971 geborene Autor zählt gegenwärtig zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" (2003), "Der Bus" (2005), "ÖL" (2009) und "Frau Schmitz" (2016). In Wien kam 2007 „Die Probe (Der brave Simon Korach)“ im Wiener Akademietheater zur Österreichischen Erstaufführung. Zuletzt erschienen der Roman „Hagard“ (2017) und die Essays „Krieg und Liebe“ (2018). 2018 erlebte sein Theaterstück "Der Elefantengeist", das sich dem Politiker und Menschen Helmut Kohl annähert, seine Uraufführung.

2008 erschien sein erster Roman "Hundert Tage", der den Völkermord in Ruanda verhandelte, 2014 erschien sein zweiter Roman "Koala", in dem er sich mit dem Suizid seines Bruders befasste. Sein jüngster Roman "Hagard" über einen erfolgreichen Geschäftsmann, der sich aus allen sozialen Bindungen löst, erschien 2017. Bärfuss äußerte sich auch immer wieder kritisch zur Weltlage und zur Politik in seinem Heimatland.

Der mit 50 000 Euro dotierte Büchner-Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Akademie vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen „durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten“ und „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“, heißt es in der Satzung. Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958) und Günter Grass (1965). Dass der Preis an österreichische Autoren ging, ist schon eine Weile her - 2009 erhielt der Salzburger Walter Kappacher die Auszeichnung, 2008 der Kärntner Josef Winkler. Im vergangenen Jahr wurde die Schriftstellerin Terézia Mora ausgezeichnet. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner („Woyzeck“).