Taucher tanzt mit einem jungen Pottwal vor Mauritius
Ein Pottwal springt aus dem Wasser.
Eliot, ein junger Pottwal, stupst den Taucher François Sarano mitten im Ozean vor Mauritius an. Er sucht die Nähe – und Sarano spielt mit. Er macht es dem Wal nach, schwimmt mit dem Bauch nach oben, wirbelt um sich selbst. Dann führt Sarano, der junge Wal dreht die Pirouette wie der Taucher. Dieses Spiel wird zur Grundlage für Saranos neues Buch „Wie man mit Walen tanzt“.
François Sarano, Taucher, Ozeanograf und Autor.
Der Ozeanograf erzählt mit Herzblut. Er zeigt, wie intelligent Pottwale sind. Er schreibt über ihre Familienstrukturen, ihre Jagd in der Tiefe, über ihre Kommunikation, die noch so viele Rätsel aufgibt.
Walen begegnen
Er fordert dazu auf, den Tieren zu begegnen, wenn sie es denn wollen. Jede Begegnung, die Sarano beschreibt, wird zur eigenen Geschichte – zum Abenteuer. Man hat das Gefühl, Eliots Familie kennenzulernen.
Einmal so ein riesiges Tier im tiefen Blau sehen, von seinen Klicklauten durchdrungen werden, ein Wunschtraum? Im echten Leben wohl für die meisten. Und kommerziell organisierte Walbeobachtungsboote können zum Problem werden. Das zeigte sich in den vergangenen Monaten vor Mauritius. Sie nahmen Überhand. Forscher fordern seit Langem strengere Regeln.
Im Buch führen QR-Codes zu Videos und Ton: Leserinnen und Leser können die Wale sehen und hören. So wird das Leben der Meeressäuger anschaulich – ohne sie zu stören. Dabei bleibt es wissenschaftlich fundiert. So gelingt Wissenschaftskommunikation.
Plädoyer für die Wildnis
„Wie man mit Walen tanzt“ ist ein Plädoyer für die Wildnis und gegen die Monetarisierung der Natur. Und das bezieht Sarano nicht nur auf die Weltmeere. „Die Wildnis blutet aus. Unwiderruflich. Das Leben, wie wir es kennen, ist weltweit in Gefahr.“ Und Sarano fragt sich: „Wenn wir alles nur unter dem Blickwinkel der Nützlichkeit und Rentabilität betrachten und danach beurteilen, ob etwas erhaltenswert ist oder nicht, müssen wir uns dann nicht fragen, was uns so erhaltenswert macht?“
Tonnen Mikroplastik verschmutzen den Planeten, die Schifffahrt hat in den vergangenen Jahren um 20 Prozent zugenommen. Trotzdem: Die Wale jedenfalls schwimmen (noch) in den Ozeanen. Sie jagen, versammeln sich bei Geburten und heben ihre neugeborenen Kälber an die Luft, damit sie atmen können. Sie helfen einander bei Gefahr.
Es zahlt sich aus, sie zu schützen. „Wenn eine Art ausstirbt, fehlt jedes Mal ein Kunstwerk.“
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