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Dave Eggers' „Contrapposto“: Kunst kommt nicht immer von Können

Dave Eggers entdeckt in seinem neuen Roman „Contrapposto“ das Böse am Kunstmarkt.
Ein Mann sitzt auf einer Holzbank vor dunkelblauer Wand, oben rechts leuchtet eine runde Lampe.

Im Bestseller „The Circle“ entwarf Dave Eggers 2013 eine beeindruckende, wie sich herausstellte prophetische Vorstellung dessen, was die Welt zum Thema Social Media zu erwarten hatte. Auch der Nachfolger „Every“ skizzierte treffend, was Tech-Monopolisten mit der Menschheit vorhaben.

Jetzt hat sich der 56-jährige US-Autor einem anderen Thema gewidmet. Leider. In „Contrapposto“ erzählt er behaupteterweise eine Geschichte über Freundschaft und nimmt dabei den Kunstmarkt aufs Korn.

Das Buchcover zeigt den Namen Dave Eggers, den Titel „Contrapposto“ und eine blaue Skizze eines Kopfprofils auf beigem Hintergrund.

Dave Eggers: „Contrapposto“, Kiepenheuer & Witsch. 496 Seiten. 26,95 Euro.

Außenseiter Cricket (ein Spitzname, er macht als Kind Geräusche wie eine Grille), ein begabter Zeichner, trifft als Zehnjähriger auf die nur wenig ältere Pia, eigentlich Olympia. Aufmüpfig, klug und schon früh suchtgefährdet. Beide zieht es zur Bildenden Kunst, wenngleich er aus dafür denkbar ungünstigen Verhältnissen stammt. Für die Uni ist kein Geld da, er probiert’s trotzdem, merkt bald, dass im Wort Kunstbetrieb mehr Betrieb als Kunst steckt. Über Jahrzehnte treffen sie einander immer wieder. Er, der Hochbegabte, wird Weltenbummler und Aussteiger, sie verschreibt sich dem Business und wird, so die Moral von der Geschicht’, natürlich todunglücklich. Bekommt Krebs, wird geheilt, danach heroinabhängig (!). Er hingegen findet klischeehaft das Glück, ohne ihm nachzulaufen. Dazwischen gibt’s Wikipedia-Wissen über Kunstgeschichte und Stickdeckerl-Weisheiten über Zufriedenheit als Lebensziel.

500 Seiten Betulichkeit

Eggers ist ein alter Hase, er kann schreiben, eigentlich. Und so will man trotz aller Betulichkeit wissen, wie es im Leben der Hauptfiguren weitergeht. Obwohl sie über fast 500 Seiten hinweg erstaunlich blass und unglaubwürdig bleiben. Für unfreiwillige Komik sorgen Sätze wie dieser: „Sie war eine muskulöse, kantige Person – eine Pragmatikerin, die beim Sex kehlige, melancholische Laute ausstieß und ihre Eltern liebte (...)“.

Dann lieber doch weitere Internet-Dystopien.

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