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Kultur
08/02/2020

Beyoncés Statement zur rechten Zeit

Die US-Pop-Künstlerin setzt mit „Black Is King“ unmissverständliches Zeichen. Ein beeindruckendes Musikvideo in Filmlänge.

von Marco Weise

Beyoncé weiß um die Macht der Bilder, hat eine klare Vorstellung davon, was Fotos und Videos in uns auslösen und bewegen können. Die exzentrische Pop-Diva, die mit dem nicht weniger verhaltensauffälligen Rap-Milliardär Jay-Z die Ehe wie ein Unternehmen führt, beherrscht natürlich auch das Spiel mit dem Internet und weiß, wie man dort künstlich Aufregung erzeugen kann. Sie nutzt Instagram und Co. perfekt, um ihre (oft politisch motivierten) Anliegen umsetzen zu können. Zusätzlich kooperiert die 38-Jährige gerne mit Unterhaltungskonzernen wie Tidal, HBO, Apple und Netflix.

Für ihre neue Arbeit mit dem unmissverständlichen Titel „Black Is King“ hat sie sich mit Disney+ ins Bett gelegt. Das seit Freitag auf der Streaming-Plattform abrufbare Werk ist ein visuelles Album, ein üppiger Videoclip, der zwar mit Disneys Remake von „The Lion King“ im letzten Jahr verbunden ist, aber erst jetzt (und damit zur richtigen Zeit) veröffentlicht wird – rein in die „Black Lives Matter“-Bewegung. Denn im Film inszeniert Beyoncé die Geschichte des „König der Löwen“ auf ihre ganz persönliche Weise. Sie hat die Erzählung der afrikanischen Geschichte und des afrikanischen Erbes angepasst.

Zu Beginn des knapp 90 Minuten dauernden Musikvideos blickt man in traurige, aber auch hoffnungsvolle und stolze (schwarze) Gesichter. Schnitt. Ein Fluss bahnt sich den Weg durch die Landschaft. Dazu berichtet ein Erzähler – begleitet von orientalisch-afrikanischen Klängen – davon, dass alle Menschen gleich und miteinander verbunden sind. Es könnte sich hierbei auch um den Anfang einer Universum-Folge handeln. Aber dann widmet sich die Kamera der Hauptdarstellerin: Beyoncé. Sie schaukelt am Strand ein Baby in den Schlaf. Dabei singt sie aber kein Wiegenlied, sondern den Song „Bigger“, in dem sie zu luftigen Keyboard-Flächen und sanftem Getrommel die Richtung vorgibt: Kopf rauf, Brust raus – sei stolz darauf, schwarz zu sein!

Weiter geht’s mit „Find Your Way Back“ und anderen Liedern, die bereits im Rahmen des „König der Löwen“-Remakes auf dem dazugehörigen Album „The Lion King: The Gift“ (2019) veröffentlicht wurden. Bis auf eine Handvoll neuer Titel wie das tolle „Black Parade“ ist „Black Is King – zumindest musikalisch – ein alter Hut. Die Bilder dazu sind aber neu. Und haben eine klare Botschaft. Eine bessere Welt ist möglich, in der Schwarze und „Brown Skin Girls“ die gleichen Rechte und Chancen haben. Es sind Visionen einer unbeschwerten Welt. Nachzusehen auf Disney+.

Beyoncé

Zur Person: Die 1981 in Houston (Texas) geborene US-amerikanische Sängerin war bis 2005 Mitglied der R&B-Girlgroup Destiny’s Child. Beyoncé, auch gerne als Queen Bey bezeichnet, ist eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Musikerinnen der USA. Sie wurde mit 23 Grammys ausgezeichnet, ihr Vermögen wird auf knapp eine halbe Milliarde Dollar geschätzt. Diesen Erfolg nutzt sie immer wieder, um sich für die Anliegen der afroamerikanischen Community in den USA stark zu machen.

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