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Kritik
10/02/2019

Britten-Premiere in der Staatsoper: Keine Freud' an Sommernachtstraumdeutung

Der "Midsummer Night's Dream" in der Regie von Irina Brook setzt auf die Fantasie des Publikums, einen umjubelten Puck-Darsteller und musikalische Hochwertigkeit.

von Georg Leyrer

Unruhig schläft manch’ Bühnenfreund, wenn ihm auf selbiger zu viel zugemutet wird. „Regietheater“ flüsternd, kalt verschwitzt, schreckt er hoch aus einer Fantasie von SS-Uniformen und Maschinengewehren.

Aber nicht in dieser herbstlichen Sommernacht!  Ein wohlig-warmer Wunscherfüllungstraum, eine nokturne Wappnung gegen die Zumutungen des Regiezugriffs ist die Neuproduktion der Wiener Staatsoper von Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“. Handgemachtes Theater, murmelt man,  ein Traum von Bühnenzauber,  rückt man den Polster zurecht, so wie es gehört, denkt man sich noch. Und fällt dann in eine Fantasie von Shakespeare-Authentizität  im Einheitsbühnenbild.