© Jürg Christandl

Staatsoper
03/14/2013

Bei diesem "Figaro" hatte nur das Ensemble Charme

Kritik: "Le nozze di Figaro" an der Wiener Staatsoper war eine echte Enttäuschung.

Am Mittwoch hätten Mozart-Liebhaber wohl besser zuhause die Papst-Wahl verfolgt. Die Aufführung von „Le nozze di Figaro“ an der Wiener Staatsoper war nämlich eine echte Enttäuschung.

Auf eine lasche Ouvertüre folgten dreieinhalb Stunden Fadesse. Die himmlische Musik von Wolfgang Amadeus Mozart war jeglichen Charmes beraubt. Dem Libretto von Lorenzo da Ponte waren gänzlich die Zähne gezogen. Reiz und Esprit waren an diesem Abend vor die Tür gesetzt. Nicht von den Sängern, auch nicht vom Orchester. Diese Vorstellung ging vor allem auf das Konto des Dirigenten Louis Langrée und der Inszenierung.

Nivellierende 08/15-Gestik am Pult, kaum Akzente oder Impulse. Mozart impressionistisch zugepinselt in der ermüdenden, absolut uninspirierenden „Gemäldegalerie“-Inszenierung von Jean-Louis Martinoty und Hans Schavernoch. Nicht zu vergessen die altväterischen Kostüme von Sylvie de Segonzac.

Manieriert und überladen hingegen der Hammerklavier-Part in den Rezitativen. Im ersten Akt glaubte man überhaupt in eine Probe geraten zu sein. Als würden die Sänger nur markieren. Die Beteiligten erfingen sich aber zunehmend. Eine herausragende Stimme hatte diese Vorstellung insgesamt nicht zu bieten. Das ganze Ensemble agierte jedoch auf gutem Niveau. Allen voran Anita Hartig als Susanna.

Gänzlich neu besetzt war das Grafenpaar mit dem Italiener Ildebrando D’Arcangelo und der Schwedin Malín Hartelius. Beide sind erfahrene Mozart-Sänger und zeigten glaubhaft durchgezeichnete Charaktere. Er stimmlich sehr solide, sie mit interessantem Timbre. Versiert der Figaro des Adam Plachetka, ausbaufähig die Darstellung des Cherubino von Rachel Frenkel.

KURIER-Wertung: ** von *****

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