Cecilia Bartoli verlängert Vertrag in Salzburg bis 2026

© APA - Austria Presse Agentur

Kritik
10/06/2020

Bartoli in Wien: Grandiose Barockshow mit Weltklassemusikern

Stehende Ovationen: Cecilia Bartoli begeisterte im Musikverein.

von Peter Jarolin

Die Dresdner blieben zuletzt lieber in Dresden, und die Römer in Rom. Mit zwei Orchesterabsagen sah sich Intendant Stephan Pauly zu Saisonbeginn im Wiener Musikverein konfrontiert. Eine Römerin aber fand den Weg in den Goldenen Saal – gemeinsam mit ihren französischen Freunden, dem von Bartoli ins Leben gerufenen Originalklangensemble Les Musiciens du Prince – Monaco.

Unter dem Motto „Farinelli und seine Zeit“ boten dabei Cecilia Bartoli, Dirigent Gianluca Capuano und die sensationellen Musikerinnen und Musiker eine grandiose Barockshow der Superlative.

Der prächtige Innenraum des Teatro San Carlo di Napoli wurde auf die Orgel des Musikvereins projiziert; ein kleiner Schminktisch und Kleiderständer waren seitlich auf dem Podium platziert. Denn Bartoli sang die Bravourarien (meist von Georg Friedrich Händel) nicht nur, sie spielte sie, wechselte Kostüme und Perücken im Minutentakt.

„Ariodante“ mit Herrenhaarperücke (aber anders als in Salzburg ohne Bart), „Cleopatra“ in mondäner Abendrobe – ohne Unterbrechungen lief der pausenlose, etwa 100-minütige Abend ab. Das Orchester steuerte in den Umziehpausen kurze, pointierte Stücke von Georg Philipp Telemann oder Johann Adolf Hasse bei. Herrlich die Spielfreude und auch der szenische Witz von Dirigent Gianluca Capuano, dem brillanten Trompeter Thibaud Robinne, dem Flötisten Jean-Marc Goujon, dem Oboisten Pier Luigi Fabretti, dem Cellisten Robin Michael. Auch Tänzer Xavier Laforge fügte sich ideal in das Wechselspiel aus Komödie und Drama ein.

Und Cecilia Bartoli sang mit scheinbar endlosem Atem (wie einst angeblich auch der große Farinelli), geizte nicht mit Koloraturen, ließ ihren so flexiblen Mezzo in allen Farben strahlen. Und: Bartoli gewann auch ein zum Brüllen komisches Duell mit Trompete und Oboe um das längere Lungenvolumen. Auf das Gelächter, das Getrampel, den Jubel und die stehenden Ovationen folgten zahlreiche Zugaben. Bravi!

Peter Jarolin

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