Bachmann-Preis, Tag 3: Sendung mit Maus und Haushose

Klagenfurter Schwerarbeit bei Hitze: Moderator Christian Ankowitsch und Juror Klaus Kastberger.
Die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ gingen mit Familiengeschichten und einer unheimlichen Bootsfahrt zu Ende.

Der dritte und letzte Tag des Klagenfurter Wettlesens führte zunächst in eine jüdische Familie, der Vater ist Kantor in Berlin, die halbwüchsige Tochter muss den Sommer bei den Großeltern in Chicago verbringen, wo sie viel liest und viel weint bzw. umgekehrt. Wesentlich mehr passiert nicht in der andeutungsreichen Geschichte – genauer genommen ist sie ein Romanauszug – der Berliner Autorin Dana Vowinckel, eingeladen von Mara Delius.

(Der Text enthielt den wunderbaren, viel zu selten in der Literatur verwendeten Begriff „Haushose“.)

Nicht dumm

Die Jurorin (und KURIER-Kolumnistin) Vea Kaiser fand den Text, der Tradition auf eine jugendliche Perspektive  prallen lässt, „grandios gelungen“. Die Juryvorsitzende Insa Wilke sprach von einem Versuch, mit den Mitteln der Sprache „Welt zu errichten“. Brigitte Schwens-Harrant  sah in dem Text eine „Entfremdungsgeschichte“, zwischen Generationen, aber auch zwischen Traditionen. Auch Michael Wiederstein gefiel die „Diaspora-Geschichte“.

 

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