© Clara Wildberger

Kunsttage
08/04/2021

Anna von Hausswolff: Orgelklänge für mystischen Skulpturen-Park

Der Auftritt der schwedischen Musikerin ist eines der Highlights des „Elevate“-Festivals, das von 4. bis 8. August in Graz stattfindet

Es war ein Zombie, der Anna von Hausswolff zur Pfeifen-Orgel brachte. 2010 war die schwedische Musikerin, die gerade ihr Debüt-Album „Singing From The Grave“ veröffentlicht hatte, auf einer Halloween-Party, als der Zombie sie ansprach und sich zu erkennen gab.

„Er sagte: ,Ich bin Orgelbauer, mag dein Album und finde, das Instrument würde gut zu dir passen. Ruf mich an, wenn du mal eine Orgel spielen willst’“, erinnert sich von Hausswolff im KURIER-Interview. „Das war so eigenartig, dass ich im Internet recherchiert und später bei ihm alles über die Mechanik und Register gelernt habe. Und jetzt liebe ich Kirchenorgeln. Sie sind erstaunliche Maschinen mit einem verführerischen Klang und viel mehr Möglichkeiten als andere Instrumente.“

Seither ist die 34-Jährige fasziniert von diesem Instrument, hat es häufig auf ihren mystischen Ambient-Pop- Alben gespielt und träumt von einer ganzen Tour durch Kirchen mit Pfeifenorgeln.

Mit dem Auftritt beim „Elevate“-Festival (5. August, Grazer Dom, 22.00 Uhr) kommt sie dem nahe. Von Hausswolff wird dabei auf der dortigen Orgel ein Solo-Programm spielen, das ihr jüngstes Album „All Thoughts Fly“ ins Zentrum rückt.

Gewidmet hat die Musikerin dieses reine Orgelwerk, das erhebende, sakrale Stimmungen mit Melancholie verbindet, dem nahe der italienischen Stadt Bomarzo gelegenen „Sacro Bosco“-Skulpturen-Park, den Pier Francesco Orsini ab 1552 über 30 Jahre im Gedenken an seine Frau anlegen ließ.

„Es gibt dort eine Traurigkeit, eine Wildnis und eine Zeitlosigkeit, die mich dazu gebracht haben, dieses Album zu komponieren“, sagt von Hausswolff. „Ich habe die Geschichte des Parks für meine Inspiration genutzt: Liebe als Grundlage der Schöpfung.“

Damit lässt die Tochter des Experimental-Klang-Künstlers Carl Michael von Hausswolff ihre einzigartige Fusion von Orgelklängen und ihrem enigmatischen Gesang mit Pop, der ihre Kindheit prägte, weit hinter sich.

„Ich war als Kind ein Fan der Girlband TLC“, sagt sie. „Die Klangwelt meines Vaters war damals für mich nur Krach. Aber meine Schwester und ich spielten immer in dem Raum, in dem er Musik machte. Und die Spannung, die er erzeugte, hat mich schon damals fasziniert. Trotzdem waren mir seine Klangwelten auch in der Highschool, als ich Klassik studierte, noch fremd. Ich habe erst in den letzten Jahren einen Bezug dazu bekommen.“

INFO

Alle Details zum weiteren Programm des "Elevate"-Festivals (unter anderen mit Brian Eno, EMA, Joja und CULK) gibt es unter elevate.at

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