Am 21. September 2018 gab Manfred Müller bekannt, sein Kasperl-Theater an André Heller verkauft zu haben, um in Pension gehen zu können. Ein halbes Jahr später, vor den geplanten Abschiedsvorstellungen, starb er.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Kultur
10/13/2019

André Heller: "Will keine Verhellerung des Kasperltheaters"

Der Poet über die Faszination des Kasperltheaters, den Pezi und die Gründe, warum er die Urania Puppenbühne gekauft hat.

von Thomas Trenkler

Nachdem Manfred Müller im September 2018 bekannt gegeben hatte, die Urania Puppenbühne in Wien schließen zu wollen, waren viele Erwachsene geradezu „schockiert“.

Und es herrschte über Parteigrenzen hinweg Einigkeit: Der Fortbestand müsse „unbedingt gesichert werden“, so die ÖVP in einer Presseaussendung. Und der damalige SPÖ-Chef Christian Kern äußerte sich wehmütig: „Die Sehnsuchtsorte einer Wiener Kindheit: der Kasperl in der Urania, der Wiener Eislaufverein und der Tichy am Reumannplatz. Heimat pur! Dort war ich mit meinen Eltern, mit meinen Kindern und dort werde ich eines Tages mit meinen Enkerl hin.“

Drei Wochen später veröffentlichte die APA die frohe Kunde sogar als Eilt-Meldung: „André Heller rettet Kasperl und Pezi.“ Kürzlich startete das Urania Puppentheater mit dem Stück „Das Einhorn“ in die neue Saison. Und Heller freute sich – man möchte fast sagen: wie ein Kind – über den riesigen Erfolg.