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Body Music
07/29/2013

AlunaGeorge: Frisches Blut für die Popwelt

Das britische Duo AlunaGeorge verpasst der schwächelnden Popwelt eine Frischzellenkur.

von Marco Weise

Wer es auf die am Ende eines Jahres veröffentlichte BBC-Liste "Sound of..." schafft, kann sich auf aufregende Monate einstellen. Denn mit diesem Trend-Barometer der Musikindustrie schlägt auch der Hype-Anzeiger von 0 auf 100: Kritiker lassen sich zu Lobeshymnen und Wörter wie Pop-Wunderkinder hinreißen, titeln vom geilsten Scheiß seit Lady Gaga oder berichten von der neuen Soul Queen, die da auf die Menschen zukommen wird. Auch im Falle des britischen Duos AlunaGeorge, die es auf BBC-Liste für das Jahr 2013 geschafft haben, waren sich die zahlreichen Musik-Blogs schnell einig: So muss R’n’B im 21. Jahrhundert klingen. Dabei hatten Aluna Francis und George Reid außer einer Handvoll Songs noch nicht viel vorzuweisen. Egal. Denn nun veröffentlichen der milchgesichtige Beat-Bastler und die bezaubernde Sängerin ihr Debütalbum. Es heißt "Body Music" und pumpt frisches Blut in die Popwelt.

Das in London beheimatete Duo greift in ihren Songs jene Genres auf, die in letzter Zeit in den Clubs angesagt waren: Dubstep, Trap, Elektro, House und UK Garage. Man hört also jede Menge Clicks, eine rasende Hi-Hat, wummernde Bässe und piepsende Melodien. Die Beats von George Reid sind dabei stets von feinen, kaum wahrnehmbaren aber für den Groove enorm wichtigen Zwischenschlägen aufgeladen. Manchmal verlaufen sich die Beats und man meint, die Software habe Schluckauf bekommen oder sich aufgehängt, aber am Ende läuft alles wieder zusammen.

Spagat

Die Melodieführung übernehmen zum Teil deepe Basslines oder soulige Keyboardmelodien ("Diver"). Über dieses locker-flockige und meist unaufdringliche Soundgerüst legt Aluna Francis ihre süße Stimme. Neben teils enorm hyperaktiven Phasen auf "Body Music" werden beinahe konservative Stücke gestellt: Die "Slow-Motion-House"-Nummer "Just A Touch" zum Beispiel. Das enorme Hit-Potenzial von AlunaGeorge zeigt sich vor allem in Songs wie "Your Drums, Your Soul" und "Superstar". Letzterer ist mit einer deepen Synthie-Hookline ausgestattet und vereint auf clevere Art Kommerz mit Underground - ein enorm schwieriger Spagat, den zuletzt Daft Punk bravourös hingelegt haben. Sie wissen schon, "Get Lucky" und so.

KURIER-Wertung: **** von *****

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