91st Academy Awards - Oscars - Hollywood

© REUTERS / MIKE BLAKE

Kultur

"Oscars so White" war einmal: Die Gewinner der Oscar-Nacht 2019

"Green Book" wurde - überraschend - als bester Film des Jahres geehrt, Olivia Colman als beste Hauptdarstellerin.

02/25/2019, 04:53 AM

Die Gewinner der wichtigsten Kategorien 

  • Beste Hauptdarstellerin: Olivia Colman ("The Favourite")
  • Bester Hauptdarsteller: Rami Malek ("Bohemian Rhapsody")
  • Beste Regie: Alfonso Cuaron
  • Bester Film: "Green Book"
  • Beste Nebendarstellerin: Regina King ("If Beale Street Could Talk")
  • Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali ("Green Book")

Mit äußerst rockigen Klängen begann die 91. Oscar-Gala in der Nacht auf Montag im Dolby Theatre in Hollywood: Als Einstimmung auf die mehrstündige Preisverleihung war die britische Rocklegende Queen mit Sänger Adam Lambert gesetzt. Das passte, war das Queen-Biopic "Bohemian Rhapsody" doch gleich in mehreren Kategorien für den begehrtesten Filmpreis der Welt nominiert. Den ersten Hauptpreis des Abends holte sich denn auch Rami Malek ab, der in "Bohemian Rhapsody" den verstorbenen Queen-Frontmann in  Freddie Mercury spielte.

 

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"The Favourite" Olivia Colman 

Als beste Hauptdarstellerin wurde die britische Schauspielerin Olivia Colman ausgezeichnet, die bis dato vor allem in Fernsehrollen reüssierte. Die 45-jährige wurde für ihre Rolle der desolaten Queen Anne in Yorgos Lanthimos' "The Favourite" ausgezeichnet. "Das ist wirklich im wahrsten Sinne eine stressige Situation", so Colman auf der Bühne.

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Damit setzte sich die Britin, die bereits den Golden Globe als beste Schauspielerin in der Kategorie Beste Komödie oder Musical für sich reklamieren konnte, unter anderen auch gegen Routinier Glenn Close durch, die nun bereits bei ihrer siebenten Nominierung leer ausging. Der Spruch "Oh, so Close!" gilt also weiterhin. "Ich wollte nicht, dass wir uns so kennenlernen", entschuldigte sich die frischgekürte Preisträgerin bei ihrer unterlegenen Kollegin.

Abräumer des Abends war das im Vorfeld zum Teil für seine vorgeblich zu harmlose Darstellung der Situation von Afroamerikanern kritisierte Buddymovie "Green Book". So konnte "Green Book" neben der Königskategorie noch zwei weitere Trophäen auf sich vereinen: Die für das beste Originaldrehbuch und die Nebendarstellerkrone an Mahershala Ali als schwarzer Jazzpianist, der mit seinem italostämmigen Chauffeur im US-Süden auf Tournee geht. 

Der Film von Regisseur Peter Farrelly konnte sich damit auch gegen Alfonso Cuarons Schwarz-Weiß-Drama "Roma" durchsetzen, das zunächst auf Netflix erschien und für Kamera sowie in der Sparte Bester fremdsprachiger Film gewann.

Politische Ansagen

Ebenfalls ein afroamerikanisches Thema dominierte die Auszeichnung für das adaptierte Drehbuch, das an Spike Lees Politsatire "BlacKkKlansman" ging. Der kampfeslustige 61-Jährige erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass seine Ethnie vor 400 Jahren aus Mutter Afrika entführt worden sei und dankte seiner Großmutter, die noch Tochter von Sklaven gewesen sei und ihn dennoch durchs College gebracht habe. Lee beendete seine Rede mit einem Appell: "Die 2020 Präsidentenwahl steht vor der Tür", so Lee: "Trefft die moralische Wahl zwischen Hass und Liebe."

Nicht nur sein Sieg zeigte, dass die OscarssoWhite-Diskussion vor ein paar Jahren Nachwirkungen hatte: Schwarze Frauen und Männer haben mittlerweile ihren festen Platz bei der Gala gefunden. Mit Malek, Ali und der als beste Nebendarstellerin ausgezeichneten Regina King ("If Beale Street Could Talk") ging erstmals eine Mehrheit der Darstellerpreise an Schauspieler mit nicht-weißer Hautfarbe.

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Wie King kämpfte später auch Lady Gaga mit den Tränen. Die Popsängerin hat sich mit ihrer Leistung in "A Star is Born" nicht nur eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin erkämpft, sondern konnte schlussendlich einen Goldbuben für den besten Song ("Shallow") mitnehmen. "Das ist wirklich harte Arbeit", rief sie in Erinnerung, dass man alles erreichen könne, wenn man nur wirklich daran glaube. Eine Botschaft, die an diesem Abend wohl viele unterschreiben würden. Die 91. Oscars haben jedenfalls gezeigt, dass es für jeden einen Platz gibt.

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Auch der schwarze Actionknaller "Black Panther" setzte seinen Erfolgslauf bei der Gala fort und konnte die Auszeichnung für den besten Soundtrack als bis dato dritte Trophäe für sich verbuchen. Der achtfach nominierte Musikfilm "A Star is Born" von Bradley Cooper, der bis dato keine Statuette für sich reklamieren konnte, erhielt schließlich beim besten Song für die von Lady Gaga gemeinsam mit Cooper auch live performte Nummer "Shallow" die Auszeichnung.

Schnappschüsse von der Oscar-Gala

Launige Gastgeberinnen

Alles in allem gestaltete sich die 91. Oscar-Gala mithin als ein Abend der Vielfalt - und das nicht nur, was die breit gestreute Vergabe der Preise betrifft, sondern auch bei den Präsentatoren. Immerhin war es das erste Mal seit 30 Jahren, dass es keinen klassischen Host für die Oscars gab. Dem ursprünglich dafür vorgesehenen Komiker Kevin Hart wurden frühere homophobe Äußerungen zum Verhängnis, weshalb er seinen Job gar nicht erst antrat. Etwas knapper fiel der Abend dadurch letztlich zwar aus - in gut dreieinhalb Stunden war die Sause vorbei -, wirklich kurzweilig war es deshalb allerdings nicht.

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Das lag vielleicht auch daran, dass abseits von einem musikalischen Auftakt durch Queen und Adam Lambert sowie vereinzelten humoristischen Einlagen - das Trio Tina Fey, Amy Poehler und Maya Rudolph witzelte sich durch die ersten fünf Minuten - eigentlich nur noch Melissa McCarthy mit einem ausladenden, mit etlichen Stoffhasen drapierten Kleid für einen echten Hingucker sorgte. Ansonsten lieferten Stars wie Serena Williams, Julia Roberts oder Paul Rudd meist trockene, sehr traditionelle Anmoderationen, bevor dann die Preise überreicht wurden. Nach Witz und Esprit suchte man vergeblich.   

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Wer am Roten Teppich brillierte - und wer nicht - können Sie hier nachsehen:

Übersicht über die Gewinner aller Kategorien

  • Bester Film: "Green Book"
  • Beste Regie: Alfonso Cuaron ("Roma")
  • Beste Hauptdarstellerin: Olivia Colman ("The Favourite")
  • Bester Hauptdarsteller: Rami Malek ("Bohemian Rhapsody")
  • Beste Nebendarstellerin: Regina King ("If Beale Street Could Talk")
  • Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali ("Green Book")
  • Beste Kamera: "Roma"
  • Bestes Original-Drehbuch: "Green Book"
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: "BlacKkKlansman"
  • Bester fremdsprachiger Film: "Roma"
  • Beste Musik: "Black Panther"
  • Bester Song: "Shallow" aus "A Star is Born"
  • Bestes Kostümdesign: "Black Panther"
  • Bestes Make-up: "Vice"
  • Beste visuelle Effekte: "First Man"
  • Bester Schnitt: "Bohemian Rhapsody"
  • Bestes Szenenbild: "Black Panther"
  • Beste Tonmischung: "Bohemian Rhapsody"
  • Bester Tonschnitt: "Bohemian Rhapsody"
  • Beste Dokumentation: "Free Solo"
  • Bester Animationsfilm: "Spider-Man: Into the Spider-Verse"
  • Bester Kurzfilm: "Skin"
  • Bester animierter Kurzfilm: "Bao"
  • Bester Dokumentar-Kurzfilm: "Stigma Monatsblutung"
     

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