Christian Mayer: „Threshold and Inertia“, 2014

© /Ostlicht/Sandro E. E. Zanzinger

Galerie Ostlicht
10/08/2014

"2D23D": Aus zwei mach drei

Schau über Fotografie und Skulptur in der Galerie Ostlicht.

Was haben sieben eingetopfte Bananenstauden, ein gerahmtes Stück Straßenasphalt und ein mannshoher, schwarzer Kartonpfeiler gemeinsam?

Erstens: Es sind Kunstwerke, die man in einer Fotogalerie nicht unbedingt erwarten würde.

Zweitens: Sie alle haben etwas mit Fotografie zu tun, und sind Teil der aktuellen Ausstellung in der Galerie Ostlicht. Unter dem Titel "2D23D" versammelten die Kuratoren Rebekka Reuter und Martin Guttmann in der ehemaligen Ankerfabrik künstlerische Positionen, die sich mit dem Zwiespalt zwischen Fläche und Raum in der Fotografie beschäftigen. Das Thema wird anhand von Arbeiten von den späten 60ern bis heute und mit speziellem Fokus auf Wien beleuchtet.

Künstler wie Peter Weibel, VALIE EXPORT und Heimo Zobernig treffen so auf neuere Positionen und erfahren im Kontext der Ausstellung mitunter eine Neuinterpretation. Nicht alle der gezeigten Arbeiten offenbaren dabei auch spannende neue Erkenntnisse. Zusammen funktionieren sie aber immerhin als Katalog der mannigfaltigen Formen, die das Aufeinandertreffen von Fotografie und Skulptur annehmen können. Etwa, wenn Birgit Jürgenssen Fotos in die gezeichneten Modellzimmer von Einrichtungszeitschriften klebt und ihre räumliche Wirkung damit völlig negiert. Wenn die Blätter der besagten Bananenstauden bei Christian Mayer zum dreidimensionalen Fotomedium werden, auf denen sich dank Fotosynthese allmählich die Abbilder der darauf montierten Negative abzeichnen. Oder wenn bei Michael Hakimi das Foto einer öffentlichen Skulptur in dramatische Falten gelegt und von einer Kartonröhre durchbohrt selbst zum skulpturalen Objekt wird.

Videokunst

Ein unerwarteter Zaungast in dem Zwiegespräch zwischen Fotografie und Skulptur ist die Videokunst: Wenn die bewegten Bilder nicht flach an der Wand hängen sondern über klobige Fernsehbildschirme flimmern, und auf Sockeln aus Bauschutt präsentiert oder übereinandergestapelt in fast menschengroßen Dimensionen ihren Mann stehen, dann wollen diese nicht nur virtuelle Bilder zeigen, sondern gewinnen reale, körperliche Präsenz. 2D und 3D in 1.

Von Daniela Fasching

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