Kultur
15.03.2016

1. Österreichischer Buchpreis: Mit 20.000 Euro dotiert

Angelehnt an den Deutschen Buchpreis. Der Preis wird am 8. November verliehen.

Der Österreichische Buchpreis wird am 8. November am Vorabend der Buch Wien zum ersten Mal vergeben und mit 20.000 Euro dotiert. Zudem wird es einen mit 10.000 Euro dotierten Preis für das beste heimische Debüt geben. Details zu den neuen Preisen gab Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Montagabend bekannt. Das Prozedere ist mit Longlist und Shortlist an den Deutschen Buchpreis angelehnt.

Die Idee, analog zu dem Deutschen Buchpreis (25.000 Euro) und dem Schweizer Buchpreis (30.000 Franken, umgerechnet 27.400 Euro) auch einen Österreichischen Buchpreis zu schaffen, hatte der Minister beim Österreich-Empfang auf der Frankfurter Buchmesse verkündet. Die Umsetzung sei nun "relativ flott gegangen", sagte Ostermayer am Montag vor Journalisten in Wien.

Frist endet am 2. Mai

Flott muss es auch bei den Einreichungen gehen, die Frist läuft von 17. März bis 2. Mai. Einreichberechtigt sind in ihren jeweiligen Verbänden organisierte Verlage aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Eingereicht können originalsprachig deutsche Titel von Autorinnen und Autoren werden, die österreichische Staatsbürger sind oder seit mindestens drei Jahren ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Österreich haben.

Belletristik, Lyrik, Dramatik und Essayistik

Infrage kommen Titel aus den Gattungen Belletristik, Lyrik, Dramatik und Essayistik. "Wir wollten bewusst aufmachen. Das ist wahrscheinlich der wesentlichste Unterschied zum Deutschen Buchpreis", sagte Ostermayer. Auch die Auszeichnung für das beste Debüt ist ein österreichisches Spezifikum. Vom Preisgeld her sei der neue Buchpreis der dritthöchste staatliche Literaturpreis des Landes - nach dem Großen Österreichischen Staatspreis (30.000 Euro) und dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (25.000 Euro) -, so der Minister. Insgesamt steht ein Budget von 116.000 Euro zur Verfügung, 35.000 davon kommen von der Arbeiterkammer.

Der Preis soll "von intensiven Marketingmaßnahmen in Österreich und Deutschland" begleitet werden, sagte Benedikt Föger, der Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels. Er rechnet mit 80 bis 90 Einreichungen in der Hauptkategorie sowie deutlich weniger bei den Debüts.

Shortlist

Eine unabhängige und jährlich wechselnde Fachjury kann auch von sich aus Bücher nominieren und erstellt eine zehn Titel umfassende Longlist (Bekanntgabe gleichzeitig mit den drei Titeln der Shortlist für den Debütpreis am 6. September), die am 11. Oktober auf eine Shortlist (fünf Titel) reduziert wird. Die Titel, die es auf die Shortlist schaffen, jedoch nicht gewinnen, erhalten jeweils 2.500 Euro.

Jury

Die erste Jury besteht aus dem Germanisten und ehemaligen Leiter des Robert Musil Instituts Klaus Amann, "F.A.Z."-Literaturredakteurin Sandra Kegel, Buchhändlerin Rotraut Schöberl, "Furche"-Feuilletonchefin Brigitte Schwens-Harrant und Kurt Reissnegger, dem Leiter des Bereichs "Literatur und Hörspiel" im Radiosender Ö1.

"Ich glaube, dass etwas gelungen ist, das allen Teilnehmern an der Buchbranche gerecht wird", meinte IG Autorinnen Autoren Geschäftsführer Gerhard Ruiss. "Ich sage aber jetzt schon: Es wird nicht genug sein." Auch das wird sich ändern. Die ebenfalls in Frankfurt ventilierte Idee eines Buchhandlungspreis für besonders engagierte Buchhändler soll ebenfalls verwirklicht werden. Ostermayer: "Wir arbeiten daran und werden das noch heuer schaffen."