Kolumnen
30.11.2018

Zwei, drei mit nach Hause nehmen

"Ohrwaschl": Ein Asyl-Lager? Ein Gefängnis? Ein Tierheim?

Drasenhofens Bürgermeister, übrigens von der ÖVP, bezeichnete das Asyl-Lager als „Schande für Österreich“. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner teilte mit: „Diese Unterkunft ist kein Gefängnis, und daher hat ein Stacheldraht dort sicher nichts verloren.“Und der ehemalige Flüchtlingskoordinator und Raiffeisen-General Christian Konrad sagte, „der Mann“ (gemeint ist FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl) „ist überfordert“.

Entweder das – oder er will so sein.   Waldhäusl sagte auch, das Lager diene dem Schutz der Insassen.  Hier klingt  die „Schutzhaft vor dem spontanen Volkszorn“ an. Besonders zynisch: Waldhäusl meinte, wer sich über die Einrichtung beschwere, „kann sich gerne bei mir melden und sich zwei, drei mit nach Hause nehmen, ich habe kein Problem damit.“ So ein Satz passiert nicht aus Überforderung, hier vergleicht einer bewusst eine Unterkunft für Menschen mit einem Tierheim. Die Sprache der Hass-Postings ist in der Politik angekommen.